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Früherer VW-Chef : Wie viel Geld bekommt Martin Winterkorn?

Martin Winterkorn ist gerade als Vorstandschef von Volkswagen zurück getreten. Bild: AP

Martin Winterkorn ist nicht mehr Chef von Volkswagen. Bekommt er trotzdem eine Abfindung? Welche Rentenansprüche hat er? Und was ist eigentlich mit den anderen Posten, die er im Konzern noch innehat?

          Für den Abgasskandal hat der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn die politische Verantwortung übernommen. Er ist zurückgetreten und hat den Weg frei gemacht für seinen Nachfolger Matthias Müller. Die juristische Verantwortung hat Winterkorn nicht übernommen. Der Aufsichtsrat hat ihn sogar „freigesprochen“: Winterkorn habe „keine Kenntnis von Manipulationen von Abgaswerten“, hieß es in der Erklärung des Gremiums in der vergangenen Woche.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die Frage, ob Winterkorn am Ende aber nicht doch noch in den zu erwartenden, kostspieligen Schadenersatzprozessen herangezogen wird, ist heute nicht zu beantworten. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig teilte nun mit, wegen Betrugsverdachts gegen ihn zu ermitteln. Sollte es zu einem Verfahren kommt und er schuldig gesprochen werden, ist wohl sogar fraglich, ob dafür das Vermögen von Deutschlands einst höchstbezahltem Vorstandsvorsitzenden ausreicht.

          Einkommen von Porsche

          Winterkorns Posten war mit fast 16 Millionen Euro Gehalt im Jahr üppig dotiert. Nach seinem Rücktritt hat der 68 Jahre alte Manager Anspruch auf eine jährliche VW-Rente von 1,33 Millionen Euro, seinem Vertrag entsprechend 70 Prozent der letzten Festbezüge von 1,9 Millionen Euro. Volkswagen hat dafür 28,6 Millionen Euro in die Bilanz eingestellt.

          Offen ist, ob Winterkorn noch eine Sonderzahlung erhalten wird. Grundsätzlich wird Vorständen die Restlaufzeit ihrer Verträge ausbezahlt. Winterkorns Vertrag lief noch bis Ende des Jahres 2016.

          Und Winterkorn hat auch nicht sämtliche Posten niedergelegt. In der Porsche SE, der Muttergesellschaft der Volkswagen AG, die inzwischen mehr als 52 Prozent der VW-Stammaktien besitzt, ist Winterkorn weiterhin Vorstandsvorsitzender mit einem Festgehalt von 823.000 Euro im Jahr.

          Dort ist er von den Familien Porsche und Piech auch nicht abberufen worden. Dass er auch noch Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen-Tochtergesellschaft Audi ist, dürfte sich indes schon bald erledigt haben. Dieses Amt beansprucht in der Regel der amtierende VW-Chef, ist Audi doch das bedeutendste Unternehmen im Konzern. Seinen Posten als Aufsichtsrat beim FC Bayern München kann Winterkorn vorerst behalten. Zumindest hat Bayern-Präsident Karl Hopfner noch nichts anderes verlauten lassen.

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