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Autokonzern in der Krise : Ford-Chef Hackett tritt überraschend zurück

  • Aktualisiert am

Ford-Logo auf der Autoshow im amerikanischen Detroit Bild: Reuters

Chefwechsel an der Konzernspitze von Ford – schon zum zweiten Mal in gut drei Jahren. Der amerikanische Autoriese steckt in einem tiefgreifendem Umbau.

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          Der kriselnde amerikanische Autoriese Ford stellt seine Konzernspitze schon zum zweiten Mal in gut drei Jahren neu auf. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass der erst seit Mai 2017 amtierende Vorstandschef Jim Hackett (65) zurücktritt. Zum Nachfolger wurde mit Wirkung zum 1. Oktober Top-Manager Jim Farley (58) befördert, der sich derzeit im Vorstand um das Tagesgeschäft kümmert.

          Der frühere Europachef Farley galt schon länger als Kronprinz. Er war im März zum Chief Operating Officer berufen worden und damit für alle globalen Märkte, das Automobilgeschäft und die Themen neue Mobilität sowie autonomes Fahren zuständig. Farley tritt in einer schwierigen Zeit an die Konzernspitze, da Ford noch mitten in der Neuausrichtung steckt. Wie andere Autohersteller auch, schreibt Ford in der Corona-Krise zudem operativ tiefrote Zahlen. 

          Der erst seit Mai 2017 amtierende Ford-Vorstandschef Jim Hackett (65) ist zurückgetreten.
          Der erst seit Mai 2017 amtierende Ford-Vorstandschef Jim Hackett (65) ist zurückgetreten. : Bild: AFP

          Der Personalwechsel zeigt, wie schwer Ford sich weiter mit dem Wandel der Autoindustrie vom klassischen Blechbiegen zu Zukunftstechnologien wie autonomem Fahren und Elektromobilität tut. Der Konzern steckt in einem tiefgreifenden Umbau, Hackett war eigentlich als großer Modernisierer angetreten. Er hat wie sein Vorgänger Mark Fields den Spitzenposten nach nur rund drei Jahren schon wieder geräumt.

          Für die nächsten Monate sieht sich Ford dank einer robusten Liquidität aber gerüstet, um in der Krise zu bestehen, und setzt beim Absatz auf Modelle wie den neu aufgelegten Bestseller F-150 und den SUV Ford Bronco. Für das laufende dritte Quartal hat der scheidende Konzernchef Hackett einen Vorsteuergewinn zwischen einer halben und 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, wozu auch weitere Einsparungen beitragen sollen. Für das vierte Quartal, wenn Farley das Ruder übernimmt, geht der Vorstand von einem Verlust aus.

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