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Folgen des Abgas-Skandal : Absatz in Amerika bricht bislang nicht ein

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VW hat sich über Jahre mit deutscher Ingenieurskunst und dem Slogan „Das Auto“ in Amerika profiliert. Bild: dpa

Einen Monat nach Bekanntwerden der Manipulationen bei VW verkauft der deutsche Autobauer in den Vereinigten Staaten nach wie vor gut. Für den konstanten Absatz aber zahlt der Konzern einen Preis.

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          Der Abgasskandal zieht für Volkswagen bislang keinen Absatzeinbruch auf dem wichtigen amerikanischen Markt nach sich. Die Wolfsburger verkauften im Oktober - dem ersten vollen Monat seit Bekanntwerden der Manipulationen - mit rund 30.000 Fahrzeugen ungefähr ebenso viele Autos wie vor Jahresfrist. Insidern zufolge bietet VW Kunden allerdings massive Kaufanreize.

          Andere große Autobauer wie die Opel-Mutter General Motors, Ford, Toyota und Fiat Chrysler legten zwischen 13 und 16 Prozent zu. Mercedes kam in den Vereinigten Staaten auf ein Plus von knapp vier Prozent, BMW von minus vier Prozent. Insgesamt verkauften die Hersteller im Oktober mit 1,456 Millionen Autos fast 14 Prozent mehr als vor Jahresfrist und sind nach Angaben von GM auf Kurs, den bisherigen Absatzrekord von 17,8 Millionen Autos aus dem Jahr 1999 im laufenden Jahr zu übertreffen.

          In Deutschland musste Volkswagen im Oktober als einzige heimische Marke einen Absatzrückgang hinnehmen. Mit 22 Prozent Marktanteil blieb VW aber Branchenführer.

          Die Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen von Volkswagen waren am 18. September bekanntgeworden. VW hatte daraufhin den Verkauf der betroffenen Modelle gestoppt. Am Montag hatte die amerikanische Umweltbehörde EPA erklärt, auch größere Motoren als bislang bekannt seien mit einer Schummelsoftware ausgestattet. Diese stelle fest, ob ein Fahrzeug auf dem Prüfstand einer Abgasmessung unterzogen werde, und sorge dann dafür, dass die geforderten Stickoxid-Grenzwerte eingehalten werden. Betroffen wäre nun auch die Sportwagentochter Porsche. Zusammen mit der Audi-Oberklasse ist sie die Ertragsstütze des Konzerns.

          Die VW-Aktie fiel am Dienstag um 1,5 Prozent. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte die Einschätzung, dass der Skandal das gute Image der deutschen Industrie nicht infrage stelle. Am Dienstagabend erklärte VW dann, bei internen Untersuchungen auch festgestellt zu haben, dass bei der Typ-Zulassung einiger Modelle zu niedrige CO2-Werte und damit auch falsche Verbrauchsangaben festgelegt worden seien. Es gehe wohl um 800.000 Autos.

          Obwohl in den Vereinigten Staaten Konjunkturdaten eher auf eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums gegen Ende des dritten Quartals hingedeutet hatten, ging es dort für die meisten Autobauer im Oktober überraschend kräftig aufwärts. So lieferte Marktführer GM knapp 263.000 Fahrzeugen aus, 16 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Bei Ford stieg der Absatz um 13,4 Prozent auf rund 214.000, bei Toyota um 13 Prozent auf 204.000 und bei Fiat Chrysler um knapp 15 Prozent auf 195.000. Für Fiat war es der 67. Monat in Folge mit steigenden Verkäufen.

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