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Fliegen während Corona : Europas Verkehrsminister einigen sich auf einheitliche Schutzstandards

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Mit Abstand einchecken: Einheitliche Regeln in Europa würden „Sicherheit, Klarheit und Vertrauen“ schaffen, erklärte Verkehrsminister Scheuer am Donnerstag. Bild: dpa

Fortan sollen Fluggäste überall in der EU die gleichen Regeln befolgen. Bei einer virtuellen Konferenz suchen die Minister außerdem nach Wegen, wie die europäischen Airlines zu ihrem Vor-Krisen-Betrieb zurückkehren können.

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          EU-Verkehrsminister haben sich nach Worten von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) jetzt auf einheitliche Standards zum Gesundheitsschutz an Flughäfen und in Flugzeugen geeinigt. Danach gilt eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung vom 6. Lebensjahr an. Darüber sollen Passagiere in mehreren Sprachen informiert werden. Die Reinigungsintervalle sollen erhöht werden. Außerdem sollen Abstandsregeln bei der Abfertigung auf Flughäfen eingehalten werden, auch wenn dies die Wartezeiten verlängert. „Das  schafft Sicherheit, Klarheit und Vertrauen“, sagte Scheuer am Donnerstag in Berlin zu Beginn einer virtuellen Luftverkehrskonferenz mit Verkehrsministern aus anderen EU-Ländern sowie führenden Vertretern der Branche. Er wies überdies darauf hin, dass sich die EU-Gesundheitsminister auf Tests für Urlauber, die aus Corona-Risikogebieten zurückkehrten, an Flughäfen verständigt hätten.

          Scheuer warnte im Übrigen vor einem „Ausverkauf“ europäischer Luftfahrtunternehmen. Nach dem Einbruch der Fluggastzahlen müsse die Politik helfen. „Wir müssen uns um die Luftfahrt kümmern – um die Unternehmen, um die Arbeitsplätze und um die Passagiere“, sagte der Minister. Dabei gehe es nicht nur um Gesundheitsschutz, sondern auch um das Bestehen im Wettbewerb – und damit um Innovationen für verbrauchsärmere Flugzeuge.

          In der EU-Ministerrunde geht es nach Angaben von Scheuer zudem um Beschlüsse, damit Start- und Landerechte nicht verfallen und die Fluggesellschaften den Betrieb mittelfristig auf ihrem Vor-Corona-Niveau fortsetzen können. Auch die Branche fordert, eine bisher zeitlich begrenzte Aussetzung von Regeln bei den Start- und Landerechten auf EU-Ebene zu verlängern. Dabei geht es um die sogenannte 80/20-Regel. Danach verfallen Start- und Landerechte (Slots) an europäischen Flughäfen, wenn sie in der Saison nicht zu 80 Prozent wie im Flugplan vorgesehen genutzt werden.

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