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Messwerte verfälscht : Feinstaub-Messstation in Stuttgart reagierte auf Pollen

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Die Kreuzung am Neckartor gilt einigen als „schmutzigste Kreuzung Deutschlands“. Bild: dpa

Das Neckartor in Stuttgart gilt vielen als Symbol für schlechte Luft in deutschen Städten. Doch vielleicht fällt der Skandal nun kleiner aus als gedacht. Der Grund ist kurios.

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          Blütenpollen haben die Messergebnisse der Feinstaub-Messstelle am Stuttgarter Neckartor verfälscht. Die Stadt überprüft daraufhin jetzt die übrigen sechs Messpunkte in der Landeshauptstadt. „Wir wollen herausfinden, ob Pollen wie am Neckartor Messwerte verändert haben könnten“, sagte die Sprecherin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Tatjana Erkert, am Dienstag in Karlsruhe.

          Blütenpollen hatten zu unplausiblen Messergebnissen an der Kreuzung geführt, die für ihre schlechte Luft weithin bekannt ist. An den Messstellen werden aus der angesaugten Luft größere Partikel wie Pollen vor der eigentlichen Feinstaubmessung eigentlich ausgesondert. Aufgrund des ungewöhnlich hohen Pollenaufkommens funktionierte dieser Mechanismus nach Worten der Sprecherin zuletzt jedoch nicht und Pollen beeinflussten die Messung.

          Grenzwerte vielleicht seltener überschritten

          Die Zahl der Tage, an denen am Neckartor der EU-Grenzwert für Feinstaub überschritten wurde, könnte sich damit reduzieren, hieß es weiter. Bis Ende März wurden laut LUBW an 16 Tagen im Tagesmittel mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft gemessen. 35 Tage pro Jahr dürfen nicht überschritten werden.

          Die Filter aus der Zeit mit möglichem Pollenflug würden nun im Labor untersucht. Womöglich müssten Werte nach unten korrigiert werden. Bis zu nächsten Feinstaubalarm-Saison im Herbst sollen die Analysen fertig sein und mögliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

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