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F.A.Z. exklusiv : Volkswagen mit neuer Milliardendrohung konfrontiert

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Eine niederländische Stiftung könnte Volkswagen noch gefährlich werden. Bild: dpa

In den Niederlanden will eine Stiftung wegen der Abgas-Manipulationen bis zu 4,5 Milliarden Euro von Volkswagen einklagen. Die Drohung ist für den deutschen Autobauer nicht ganz ungefährlich.

          Die im Streit um durch die Abgas-Manipulationen geschädigten VW-Eigentümer engagierte niederländische Stiftung baut eine milliardenschwere Drohkulisse gegen Volkswagen auf. Die „Stichting Volkswagen Car Claim“ will notfalls für 180.000 Autofahrer in den Niederlanden 4 bis 4,5 Milliarden Euro vor Gericht fordern, sagte Vorstandsmitglied Guido Van Woerkom der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstagausgabe). Zunächst wolle man im August einen dritten und letzten Anlauf unternehmen, sich außergerichtlich mit Volkswagen zu einigen. Die dabei angestrebte Summe werde „niedriger als 4 bis 4,5 Milliarden Euro, aber immer noch substantiell“ sein, sagte Van Woerkom, der früher den niederländischen Automobilclub ANWB leitete.

          Dass die Drohung aus den Niederlanden kommt, hat eine besondere Dimension: Stiftungen dort haben mehr rechtliche Durchschlagskraft und sind gefürchtet, weil sie – anders als nach deutschem Recht – gesammelt Feststellungen durch ein Gericht beantragen können. Dies erleichtert die Beweisführung und die Begründung der Forderungen immens.

          Genaugenommen richten sich die Ansprüche an VW, den Zulieferer Bosch und die Autohändler. Außerdem spricht die Stiftung nicht nur Eigentümer der Marke Volkswagen an, sondern auch an Audi-, Seat-, Skoda- und Porsche-Fahrer. Sie leitet den angedrohten Milliardenanspruch daraus ab, dass der Käufer beim Erwerb getäuscht worden sei. Er müsse daher vom Kaufvertrag entbunden werden und das Auto gegen Kaufpreiserstattung zurückgeben können. Bei angenommenen durchschnittlich 25.000 Euro und 180.000 betreffenden Fahrzeugen in den Niederlanden ergäbe sich der Betrag von 4,5 Milliarden Euro. „Das ist der Anspruch, der erhoben wird, wenn Volkswagen nicht in Bewegung kommt“, sagte Van Woerkom. Er würde in Amsterdam oder Rotterdam vor Gericht gehen.

          Allerdings müssten sich für die Summe noch viele Niederländer bei der Stiftung melden. Doch die können sich kostenlos anschließen: Erst im Erfolgsfall zahlen sie bis zu 18 Prozent der zugestandenen Entschädigung an die Stiftung ab. Man habe bisher zwei Briefe an den Wolfsburger Konzern geschickt und darauf „sehr unbefriedigende Antworten“ erhalten, sagte Van Woerkom. Ein dritter Brief folge nun im August, VW solle dann binnen zwei Wochen reagieren. Wenn dieser die Erwartungen wieder nicht erfüllte, werde die Stiftung bis Ende September gerichtlich vorgehen. Volkswagen lehnte eine Stellungnahme ab.

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