https://www.faz.net/-gqe-92ok9

F.A.Z. exklusiv : EU-Kommission plant Quote für Elektroautos

Noch gibt es flächendeckend nicht genügend Ladesäulen. Bild: dpa

Fünfzehn Prozent der Neuwagen in der Europäischen Union sollen von 2030 an Elektro- oder Hybridantriebe haben. Und der CO2-Ausstoß soll stark begrenzt werden. Für deutsche Autohersteller wird das zum Problem.

          1 Min.

          Mindestens 15 Prozent aller Neuwagen in Europa sollen im Jahr 2030 mit einem Elektromotor oder anderen emissionsfreien Motoren ausgestattet sein. Dazu will die Europäische Kommission die Automobilhersteller nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verpflichten. Unabhängig davon sollen die Hersteller den CO2-Ausstoß zwischen 2021 und 2030 um ein Drittel verringern.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Momentan gilt für sie die Vorgabe, den CO2-Ausstoß bis 2021 im Durchschnitt auf 95 Gramm je Kilometer zu senken. Konkrete Vorschläge für die Elektroquote will die Kommission Anfang November vorlegen. Im Sommer hatte die Behörde noch dementiert, dass sie an Plänen für eine Elektroquote arbeite.

          Mit der Quote für Elektrofahrzeuge und anderen emissionsfreie Fahrzeuge wolle sie ein klares Signal an den Markt senden, begründet die Kommission ihren Vorstoß nach dem Bericht der F.A.Z. Dabei gehe es nicht nur um die Autoindustrie, sondern auch um die Zulieferbranche, allen voran die an der Entwicklung der für die Elektroautos nötigen Batterien beteiligten Unternehmen.

          Ein generelles Reduktionsziel von 30 Prozent für die Automobilbranche reiche dafür nicht aus. Die geplante Quote soll für jeden einzelnen Hersteller gelten. Sie soll nicht handelbar sein. Die Autohersteller könnten sich damit nicht von ihren Verpflichtungen „freikaufen“, etwa indem sie mit Unternehmen wie dem Elektroautohersteller Tesla kooperieren.

          Der bisherige Grenzwert von 95 Gramm je Kilometer entspricht einem Verbrauch von rund 4 Litern auf 100 Kilometern. Schon dieser Grenzwert stellt die Branche vor Schwierigkeiten, nicht zuletzt weil im Zuge der Dieselaffäre der Verkauf von CO2-emssionsärmeren Dieselfahrzeugen zurückgegangen ist. Im Zuge der Dieselaffäre war der Druck auf die Kommission gewachsen, den Ausbau der Elektromobilität durch die Einführung einer Quote zu fördern. Einen ähnlichen Weg gehen der amerikanische Bundesstaat Kalifornien und China.

          Den vollständigen Beitrag lesen Sie ab 20 Uhr in F.A.Z. Plus oder im E-Paper.

          Weitere Themen

          Tochter für die nächste Mode

          Zara-Mutterkonzern : Tochter für die nächste Mode

          Die Inditex-Gruppe ist mit Marken wie Zara und Bershka zum Textilimperium geworden. Nun rückt die jüngste Tochter des Gründers an die Spitze des Verwaltungsrats. Mancher ist skeptisch.

          Topmeldungen

          In den späten Jahren seiner Präsidentschaft verfällt der türkische Staatspräsident Erdogan in autokratische Verhaltensweisen.

          Erdoğans Währungskrise : Das haben die Türken nicht verdient

          Der türkische Staatspräsident Erdoğan schädigt die Wirtschaft seines Landes zielstrebig und ruiniert breite Schichten der Bevölkerung. Sein geld- und finanzpolitischer Kurs lässt den Wert der Lira ins Bodenlose stürzen.