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F.A.S. exklusiv : „Der Diesel kann sich sehen lassen“

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BMW-Chef Harald Krüger setzt auch weiterhin auf den Diesel. Bild: dpa

Trotz massiver Kritik von allen Seiten: Für BMW-Chef Harald Krüger war der Dieselgipfel ein Erfolg. „Es wurden anspruchsvolle Pakete geschnürt“, sagt er im Gespräch mit der F.A.S. An der Technologie will er auch langfristig festhalten.

          BMW-Chef Harald Krüger widerspricht dem Vorwurf, der Dieselgipfel der vergangenen Woche sei enttäuschend verlaufen und die Autoindustrie sei ungeschoren davon gekommen: „Beim Diesel-Gipfel wurden anspruchsvolle Pakete geschnürt“, sagte Krüger der F.A.S. Ein Software-Update für 300.000 BMW-Diesel und eine europaweite Umweltprämie von 2000 Euro für den Tausch von Alt- in Neuwagen führten zu einer deutlichen Verbesserung der Umwelt.

          Dass durch die Updates der Diesel an Leistung verliere, bestreitet Krüger: „Das Update führt zu keinerlei Einbußen.“ Krüger fordert die ausländischen Hersteller auf, auch in den 500-Millionen-Mobilitätsfonds einzuzahlen, der die Infrastruktur für die E-Mobilität vorbereiten soll: „Es wäre für die Außenwirkung gut, wenn die sich beteiligen würden.“

          Von Fahrverboten in Innenstädte hält Krüger nichts: „Ich glaube, es gibt intelligentere Dinge als Fahrverbote.“ Am Diesel will er auch langfristig festhalten: „Der Diesel kann sich sehen lassen; wir kapitulieren nicht.“ Aber auch den Einwand, die Industrie habe die Wende zur Elektromobilität verschlafen, lässt Krüger nicht gelten: „Wenn man jetzt richtig Vollgas gibt, ist in den nächsten zwei oder drei Jahren viel möglich.“ Krüger: „Wir bringen 2019 einen Elektro-Mini auf dem Markt; der wird eine ordentliche Reichweite haben.“

          Vorwürfen, BMW habe sich an verbotenen Kartellabsprachen mit anderen Autoherstellern beteiligt, bestreitet Krüger: „Wir haben keine Kenntnis von einem Ermittlungsverfahren gegen uns, weder durch das Bundeskartellamt, noch durch die EU-Kommission.“

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