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Kerosinsteuer für Flugzeuge : Klingt gut, ist aber kaum umsetzbar

  • -Aktualisiert am

Mit dem Zug zu fahren, ist häufig teurer, als zu fliegen. Bild: dpa

Fliegen ist im Vergleich zu Bahnfahrten unschlagbar günstig – zu günstig, um ambitionierte Klimaschutzziele zu erreichen. Eine Kerosinsteuer könnte helfen. Doch die Sache ist komplizierter, als sie im Wahlkampf klingt.

          Der Klimaschutz und die Besteuerung von Flugbenzin bestimmen den Europawahlkampf wie kein anderes Thema. Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Frans Timmermans, verstieg sich gar zu der Forderung, Kurzstreckenflüge zu verbieten. Es stimmt ja auch. Kein Verkehrsträger belastet das Klima wie Flugreisen. Ein Transatlantikflug nach New York und zurück verursacht je Person so viel CO2 wie ein durchschnittlicher Autofahrer im Jahr.

          Zugleich sind die Flüge unschlagbar günstig. Wer will schon den Zug nehmen, wenn er für zehn Euro von Brüssel nach Berlin fliegen kann? Das liegt auch daran, dass Kerosin anders als Benzin und Diesel nicht versteuert wird. Zudem unterliegen Flüge innerhalb der EU zwar dem Emissionshandel. International aber hat kein Verkehrsträger niedrigere Klimaziele als der Luftverkehr. Der Ausstoß soll 2020 gerade einmal eingefroren werden.

          Dennoch wirft die Einführung einer EU-Kerosinsteuer Fragen auf: Verstößt die EU damit gegen internationale Abkommen? Und wie realistisch ist eine EU-Steuer, der alle Staaten zustimmen müssen? Nicht alles, was im Wahlkampf gut klingt, lässt sich umsetzen – und wäre es noch so wünschenswert.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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