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Halbjahresbilanz : Fast alle großen Automärkte in Europa schrumpfen

Auf dem Weg zum Kunden: Güterzug mit Volkswagen-Neufahrzeugen Bild: dpa

Im ersten Halbjahr wurden in der Europäischen Union gut drei Prozent weniger Autos neu zugelassen. Nur in einem der wichtigen europäischen Märkte gab es ein kleines Plus.

          Es ist erst wenige Wochen her, dass der Verband der europäischen Automobilhersteller seine Absatzerwartungen für dieses Jahr senkte. Ende Juni teilte die Lobbyvereinigung Acea mit, dass sie im laufenden Jahr statt mit einem Neuzulassungswachstum um 1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 nun mit einem Rückgang in Höhe von 1 Prozent rechnet. Dass die europäischen Behörden in den vergangenen Monaten weniger neue Autos registriert haben als im Vorjahr, zeigt nun auch die Acea-Halbjahresbilanz für Personenkraftwagen. Demnach meldeten Autokäufer in der Europäischen Union zwischen Januar und Juni gut 8,18 Millionen neue Fahrzeuge an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach das einem Minus in Höhe von 3,1 Prozent. Damals belief sich die Zahl der Neuzulassungen noch auf fast 8,5 Millionen Fahrzeuge.

          Ursächlich für den Rückgang ist die Tatsache, dass bis auf eine Ausnahme fast alle großen Automärkte in den ersten sechs Monaten geschrumpft sind. In Frankreich fielen die Neuzulassungen um fast 2 Prozent auf etwa 1,17 Millionen Autos, in Italien betrug das Minus 3,5 Prozent. Dort ließen die Behörden gut 1,08 Millionen Autos neu zu. Ähnlich groß war der Rückgang mit 3,4 Prozent in Großbritannien, wo noch 1,27 Millionen Neufahrzeuge zugelassen wurden. Einzig in Deutschland stieg die Zahl der Neuregistrierungen leicht, und zwar um 0,5 Prozent auf 1,85 Millionen Autos.

          Zwar verzeichneten kleinere Länder ein Wachstum, in Griechenland und Ungarn wuchsen die Märkte zum Beispiel um jeweils mehr als 5 Prozent, in Rumänien betrug der Zuwachs mehr als 19 Prozent, in Litauen sogar fast 50 Prozent. Allerdings verzeichnen diese Länder lediglich Bruchteile der Neuzulassungen in den großen Leitmärkten.

          Viele Hersteller mit weniger neuen Autos

          Während der Markt insgesamt schrumpfte, haben sich die Autohersteller in Europa unterschiedlich entwickelt. Die Neuzulassungen der Marken des Volkswagen-Konzerns fielen um mehr als 4 Prozent auf gut 1,98 Millionen Autos. Mit einem Marktanteil von 24,2 Prozent blieb VW im ersten Halbjahr aber absatzstärkster Hersteller in Europa. Die Neuzulassungen des französischen Konzerns PSA Peugeot Citroën, zu dem auch die deutsche Marke Opel zählt, sanken um 1 Prozent auf rund 1,37 Millionen Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 16,7 Prozent entsprach.

          Die Neuzulassungen des Fiat-Chrysler-Konzerns verringerten sich derweil um fast 10 Prozent, die von Ford um mehr als 7 Prozent. Die beiden deutschen Premiumhersteller Daimler und BMW verloren – die Marken Smart beziehungsweise Mini eingerechnet – jeweils 0,8 Prozent der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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