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Automesse in Peking : Im Zeichen von Corona und E-Mobilität

  • Aktualisiert am

BMW zeigt in Peking auch sein luxuriöses elektrisches Konzeptauto i4. Bild: dpa

In Peking startet heute die erste große internationale Automesse seit dem Beginn der Corona-Krise. Viele deutsche Auto-Hersteller sind vor Ort – für sie ist der chinesische Markt wichtiger denn je.

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          Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wegen der Corona-Pandemie ist am Samstag die internationale Automesse in Peking eröffnet worden. Hersteller aus aller Welt setzen Hoffnungen auf den chinesischen Markt – dem größten für Autos weltweit – da dort die im Dezember 2019 begonnene Epidemie unter Kontrolle scheint und der Autoabsatz inzwischen sogar die Zahlen vor der Pandemie übertrifft.

          Die Pekinger Automesse 2020 sei ein Symbol der Hoffnung, sagte BMW-China-Chef Jochen Goller vor Journalisten, die wie vorgeschrieben Masken trugen. In den Ausstellungshallen gingen Mitarbeiter mit Schildern umher, auf denen zum Tragen von Schutzmasken aufgefordert wurde. Zum Konzept gehört auch, Pressekonferenzen per Video abzuhalten. Eigentlich sollte die Messe im März stattfinden, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben.

          „Ohne China wäre die deutsche Autoindustrie kaum wiederzuerkennen“

          Im August stieg der Autoabsatz in China um 6 Prozent, während der beispielsweise in den Vereinigten Staaten um 9,5 Prozent zurückging. Im Mittelpunkt der Messe stehen E-Autos, da die chinesische Regierung China zum größten Markt für elektrisch angetriebene Fahrzeuge machen will. Fast die Hälfte der E-Autos weltweit werden in China verkauft. 2018 hob Peking Restriktionen für ausländische Hersteller auf, um den Wettbewerb anzukurbeln. Der Kauf von E-Autos wird in China subventioniert, allerdings inzwischen auf niedrigerem Niveau als noch im vergangenen Jahr.

          Der Leiter des Center for Automotive Research (CAR) in Duisburg Ferdinand Dudenhöffer sagte anlässlich der Pekinger Automesse, China sei zum „wesentlichen Stützpfeiler“ der deutschen Hersteller geworden. „Ohne China wäre die deutsche Autoindustrie kaum wiederzuerkennen.“

          So habe Mercedes im zweiten Quartal einen Rückgang weltweit von 20 Prozent erlitten, aber den Absatz in China um 22 Prozent gesteigert, schilderte der Autoexperte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Bei BMW habe es „noch krasser“ ausgesehen: Einem weltweiten Einbruch von 25 Prozent habe im zweiten Quartal ein Zuwachs von 17 Prozent in China gegenüber gestanden. „China hat während der Pandemie deutlich an Bedeutung für die deutschen Autobauer gewonnen.“

          In Peking stellt BMW seinen Elektro-SUV iX3 vor, der in Nordostchina für den Weltmarkt produziert werden soll. Nissan präsentiert ebenfalls ein elektrisches Geländewagenmodell, den Ariya, der mit einer Batterieladung eine Reichweite von 610 Kilometern haben soll. Ford zeigt seinen elektrischen SUV Mustang Mach-E. Der soll von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in 3,5 Sekunden beschleunigen können.

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