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Elektromobilität : Türkei macht bei E-Mobilität Tempo

In der Batterieproduktion von Farasis Energy Bild: obs

Binnen eines Jahres soll das erste Batteriewerk für Elektroautos in der Türkei in Betrieb gehen. Partner für das Batteriewerk ist Farasis. Um dessen Pläne zum Bau einer Batteriefabrik in Bitterfeld ist es still geworden.

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          Das erste Werk zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien für die Automobilbranche in der Türkei soll in der zweiten Jahreshälfte 2022 in Betrieb gehen. Das im Bau befindliche Unternehmen in Gemlik unweit von Istanbul am östlichen Ufer des Marmarameeres, gehört dem chinesischen Batteriehersteller Farasis Energy und dem türkischen Elektroautohersteller TOGG je zur Hälfte.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          In direkter Nachbarschaft baut auch TOGG seine Autos. Der schon 2020 angekündigte Vertrag über das Gemeinschaftsunternehmen SIRO sei jetzt unterzeichnet worden, teilten die Unternehmen mit. In Rede steht eine jährliche Kapazität von 20 Gigawattstunden, die damit an die beiden von Farasis betrieben chinesischen Werke heranreichen würde – ein drittes für 24 Gigawattstunden ist im Bau.

          Ein Milliarden-Projekt

          Über das Investitionsvolumen in der Türkei schweigen sich die Investoren aus, es dürfte stark von der türkischen Regierung subventioniert werden. Zum Vergleich: Die von Tesla bei Berlin geplante Batteriefabrik für 50 Gigawattstunden soll 5 Milliarden Euro kosten.

          SIRO werde Batterien entwickeln und produzieren, die unter anderem, aber nicht nur in den von TOGG geplanten Fahrzeugen eingesetzt werden sollen, hieß es. In einem ersten Schritt sollen Batteriemodule und -packs lediglich montiert und gefertigt werden. Die dafür benötigten Batteriezellen kämen von Farasis Energy.

          In einem weiteren Schritt sei aber geplant, auch die Batteriezellen im türkischen Gemlik herzustellen. Deshalb werde neben dem Batteriewerk von SIRO wird auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bilisim Vadisi nahe Gebze aufgebaut, um Lithium-Ionen-NMC-Batterien auf Basis der innovativen Technologie von Farasis Energy auf den Markt zu bringen.

          Von Deutschland keine Rede mehr

          Elektro-SUVs in Europa sein. „Mit dem Joint Venture zwischen Farasis Energy und TOGG bricht eine neue Ära in der Elektrifizierung der Türkei an“, ließ sich Farasis-Gründer und CEO Yu Wang zitieren. Für Farasis Energy sei die Gründung des Joint Ventures „ein weiterer wichtiger Meilenstein im Auf- und Ausbau eines internationalen und europäischen strategischen Netzwerks.“ Farasis hatte auch den Bau einer Batteriefabrik in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt geplant, die sich allerdings erheblich verzögert. Die Deutschland-Pläne wurden in der Mitteilung nicht erwähnt.

          TOGG-CEO Gürcan Karaka, ein früherer Bosch-Manager, nannte die Batterietechnologie entscheidend. „Unser Ziel ist es, mit SIRO nicht nur Batterien für E-Fahrzeuge in der Türkei zu produzieren, sondern auch die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen von Batterien in unserem Land auszubauen.“

          Der mit 2 Milliarden Dollar von privaten und halbstaatlichen türkischen Investoren neu gegründete Hersteller TOGG will Ende 2022 das erste Serienfahrzeug auf den türkischen Markt bringen. TOGG will bis 2030 mit fünf unterschiedlichen Modellen auf einer gemeinsamen Plattform eine Million Fahrzeuge fertigen.

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