https://www.faz.net/-gqe-90mww

Bundeswirtschaftsministerin : Auch Zypries kann sich eine Elektro-Quote vorstellen

  • Aktualisiert am

Brigitte Zypries Bild: dpa

Die SPD erhöht den Druck auf die Autoindustrie. Kanzlerkandidat Martin Schulz hat einen Fünf-Punkte-Plan zur Zukunft der Autohersteller vorgelegt. Jetzt äußert sich auch die Wirtschaftsministerin.

          2 Min.

          Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries strebt einen zweiten Diesel-Gipfel an und plädiert wie SPD-Chef Martin Schulz für eine verbindliche europäische Quote für Elektro-Autos. „Auf einem 2. Dieselgipfel im Herbst wollen wir prüfen, ob sie liefern“, sagte sie am Freitag mit Blick auf die Versprechungen der Autohersteller beim ersten Spitzentreffen dieser Art vor einigen Tagen. „Außerdem kann eine verbindliche europäische E-Mobilitätsquote den Druck auf die Hersteller erhöhen, bedarfsgerechte Elektro-Autos anzubieten“.

          Die Wirtschaftsministerin sprach davon, dass Deutschlands erfolgreichste Branche, die Autoindustrie, vor einem Scheideweg stehe. „Schafft sie es, uns saubere, zuverlässige und nachhaltige Mobilität anzubieten, ist mir um Deutschland als Autoland Nummer eins nicht bange.“ Die Sozialdemokratin erinnerte an den hohen Rang, den Innovation und Qualität für das Gütesiegel „Made in Germany“ spiele.

          Daran müsse sich auch die Autoindustrie orientieren. Sie will aber auch mehr Druck auf die Branche machen, etwa um Manipulationsversuche präventiv zu unterbinden. Dazu sei nötig, Typgenehmigung und Kontrolle von Fahrzeugen getrennt voneinander durchzuführen.

          Zuvor hatte SPD-Chef Schulz laut „Süddeutscher Zeitung“ einen Fünf-Punkte-Plan zur Zukunft des Automobilstandortes Deutschland vorgelegt, in dem er ebenfalls eine E-Quote für Europa ins Spiel bringt. „Wir werden der Industrie deutlich mehr Druck machen“, kündigte er an. Auch er sprach von einem zweiten Dieselgipfel im Herbst. Wenn sich zeige, dass die Updates nicht ausreichen, „müssen technische Umrüstungen her - natürlich auf Kosten der Hersteller“. Die deutsche Autoindustrie müsse beim Thema Elektroautos „deutlich besser“ werden. Der amerikanische Hersteller Tesla etwa sei „viel zu lange belächelt“ worden. Diese „Hochnäsigkeit“ könne sich die deutsche Autoindustrie nicht mehr leisten.

          Beim ersten Dieselgipfel hatten die deutschen Autobauer konkrete Maßnahmen zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes angekündigt, darunter Software-Updates für neue und Umstiegsprämien für ältere Diesel-Fahrzeuge auf schadstoffärmere neue Modelle.

          In dem Papier heißt es demnach weiter, dass Autoindustrie und Verkehrsministerium innerhalb des nächsten halben Jahres unabhängig voneinander prüfen sollen, wie Dieselfahrzeuge auf Kosten der Hersteller technisch nachgerüstet werden können. Auch den Besitzern älterer Diesel, die sich trotz der von der Industrie angebotenen Kaufprämien keinen Neuwagen leisten können, müsse eine technische Nachrüstung angeboten werden.

          Um die Grauzone bei den Prüfverfahren zu beseitigen, die es den Herstellern bisher erlaubt hat, auch ganz legal die Abgasvorschriften zu umgehen, will Schulz klare Vorgaben schaffen. "Gesetzliche Regelungen dürfen keinen Interpretationsspielraum beinhalten."

          Weitere Themen

          95 Gramm

          FAZ Plus Artikel: Das Grenzwert-Drama : 95 Gramm

          Von 2020 an dürfen Neufahrzeuge in Europa im Schnitt nur noch vier Liter Benzin oder dreieinhalb Liter Diesel verbrauchen. Wie es zu einem Grenzwert kam, der die Grenzen der Physik sprengt.

          Topmeldungen

          Antrieb der Zukunft : Elektroautos retten das Klima nicht

          Mit welchem Antrieb wir in die Zukunft fahren, scheint politisch entschieden. Aber neue Untersuchungen nähren Zweifel. Demnach ist ein Elektroauto erst nach 219.000 Kilometern besser für das Klima. Der Plug-in-Hybrid ist erst recht kein Gewinn.
          Während des Sommers 2015 hat es auch viele Flüchtlinge nach Dänemark gezogen. Welche Rolle dabei Sozialtransfers gespielt haben, ist kaum zu ermitteln.

          Princeton-Studie : Sozialleistungen locken Zuwanderer

          Bislang haben wissenschaftliche Untersuchungen nur einen schwachen Effekt von Sozialtransfers auf die Bereitschaft zuzuwandern nachgewiesen. Ein Forscherteam hat es nun am Beispiel Dänemark untersucht und Überraschendes beobachtet.
          Gut verdienen -  das wollen viele; aber wo gibt es die besten Gehälter?

          Gehaltsreport für Absolventen : Berufswunsch? Reich!

          Ein Studium zahlt sich aus – so viel ist bekannt: Akademiker können sich auf höhere Gehälter freuen als Nicht-Akademiker. Aber das ist natürlich nur ein Durchschnitt, wie diese neuen Gehaltsdaten zeigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.