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Teure Entschädigung : Ein Cent mehr Pendlerpauschale kostet 230 Millionen Euro

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Die Entfernungspauschale gibt es nicht nur für Autofahrer, die sich in den Berufsverkehr stürzen, sondern für alle, die einen Weg zur Arbeit zurücklegen müssen. Bild: Frank Augstein/AP

Die FDP will die Entfernungspauschale erhöhen, um Arbeitnehmer bei steigenden CO2-Preisen zu entlasten. Dabei würde jeder Cent den Staat viel Geld kosten – oder ihm umgekehrt bei einer Abschaffung Milliarden bescheren.

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          Die Erhöhung der Entfernungspauschale für Arbeitnehmer um einen Cent würde dem Fiskus Mindereinnahmen von jährlich rund 230 Millionen Euro bescheren. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler hervor, über die die Zeitung Rheinische Post am Donnerstag berichtete.

          Die Union und auch FDP-Politiker Schäffler wollen die Pauschale erhöhen, um den Anstieg der Spritpreise abzufedern, der auf die Autofahrer wegen der schrittweisen Erhöhung des CO2-Preises zukommt.

          Eine Anhebung der Pauschale um fünf Cent würde den Staat laut der Zeitung 1,16 Milliarden Euro jährlich kosten. Würde die Pauschale sogar um 15 Cent erhöht, ergäben sich Mindereinnahmen von 4,76 Milliarden Euro, heißt es demnach in dem Papier aus dem Finanzministerium.

          Abschaffung brächte 5,5 Milliarden

          Umweltverbände fordern dagegen die Abschaffung der Pauschale. Dies würde laut den Angaben dem Staat 5,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen bescheren.

          Seit 2004 beträgt der inoffiziell auch Pendlerpauschale genannte Wert 30 Cent pro Kilometer, davor lag er etwas höher. Die Pauschale soll für den notwendigen Arbeitsweg entlasten und wird nicht direkt ausgezahlt oder von der Steuerlast abgezogen. Arbeitnehmer können sie für den Weg zur Arbeit steuerlich geltend machen – allerdings nicht doppelt für Hin- und Rückweg.

          Dabei ist sie für jeden gleich hoch, egal, ob er mit dem Auto, per Bahn oder mit dem Fahrrad fährt oder einfach nur zu Fuß geht.

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