https://www.faz.net/-gqe-a4udk

Synthetische Kraftstoffe : Industrieverbände attackieren Umweltministerin

  • Aktualisiert am

Eine Flasche mit E-Fuel steht auf dem Campus Nord des Karlsruher Institut für Technologie in einer Forschungsanlage, mit der mittels „Power-to-X“-Technologien aus Luft und Ökostrom CO2-neutraler Kraftstoff erzeugt werden kann. Bild: dpa

Die Autohersteller, Maschinenbauer und Vertreter der Mineralölwirtschaft halten die Förderung von synthetischen Kraftstoffen für unabdingbar. Anders ließen sich eine Verkehrswende und die EU-Klimaziele nicht erreichen.

          1 Min.

          Mit Blick auf den künftigen Einsatz alternativer Kraftstoffe im Verkehr haben Wirtschaftsverbände den Kurs von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) attackiert. Die Ministerin gefährde den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Nur mit synthetischen Kraftstoffen seien eine Verkehrswende und das Erreichen der EU-Klimaziele möglich. Dabei geht es um Kraftstoffe, die mit Strom hergestellt werden.

          „Die Verbände befürchten zudem, dass das Umweltministerium mit seinem Entwurf hunderttausende Arbeitsplätze ebenso gefährdet wie den geplanten Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft“, heißt es in der Mitteilung des Verbands der Automobilindustrie, des Maschinenbauverbands VDMA, des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands sowie des Mineralölwirtschaftsverbands.

          Hintergrund ist ein Referentenentwurf aus dem Umweltministerium zur Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energie-Richtlinie in Deutschland. Dabei geht es um Mindestmengen an erneuerbaren Energien für den Verkehrssektor. Den Verbänden reichen die Pläne für strombasierte Kraftstoffe bei Weitem nicht aus.

          Der Einsatz in Pkw ist umstritten

          Der Entwurf müsse vollständig überarbeitet werden, forderten sie: „Der Gesetzesvorschlag schafft weder die Rahmenbedingungen für den Markthochlauf einer deutschen Wasserstoffwirtschaft, noch führt er zu zusätzlichen CO2-Einsparungen im Verkehr.“ Bei der bestehenden Flotte mit Verbrennungsmotoren könne nur mit Einsatz sogenannter E-Fuels eine schnell wirksame CO2-Reduzierung erreicht werden.

          VDA-Präsidentin Hildegard Müller sagte laut Mitteilung: „Wir brauchen E-Fuels und Wasserstoff aus nachhaltigen Energiequellen, um auch bei den Millionen Pkw im Bestand die Klimaziele zu erreichen.“ Es werde auch neue, sparsame Pkw und Lkw mit Verbrennungsmotor geben. „Daher ist auch die Forschung und Entwicklung klimafreundlicher Antriebe mit synthetischen Kraftstoffen und Wasserstoff wesentlich.“

          Dass Wasserstoff als Energieträger für den Klimaschutz wichtig ist, ist Konsens – der Einsatz strombasierter Kraftstoffe in Pkw ist aber umstritten. Bisher ist es viel effizienter, den Strom in batteriebetriebenen Autos direkt einzusetzen. So sieht man es auch im Bundesumweltministerium. Strombasierte Kraftstoffe seien etwa im Flugverkehr unverzichtbar, dort will Ministerin Svenja Schulze (SPD) sogar eine feste, ansteigende Quote für E-Fuels. Auch im Seeverkehr sowie teils beim Nutz- und Schwerlastfahrzeugen hält das Ministerium E-Fuels für notwendig - im Pkw-Bereich dagegen weniger.

          Weitere Themen

          Tesla-Chef offen für Fusionen

          Elon Musk : Tesla-Chef offen für Fusionen

          Elon Musk heizt die Gerüchteküche an. Falls jemand mit Tesla fusionieren wolle, könne man darüber reden. Eine feindliche Übernahme aber schließt er aus.

          Debatte über Störer im Parlament Video-Seite öffnen

          Bundestag : Debatte über Störer im Parlament

          AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat sich entschuldigt, dass Gäste von Abgeordneten seiner Fraktion unter anderem Peter Altmaier angegangen waren. Vertreter anderer Parteien ließen die Aussage nicht durchgehen.

          Topmeldungen

          Eine ANimation des Geräts, dass Weltraum-Müll abschleppen soll.

          Müllmission : Wie Europa im Weltall aufräumt

          Die ESA vergibt erstmals einen Auftrag für einen Abschlepp-Satelliten, um Schrott im All zu beseitigen. Die Mission soll Schule machen, doch es gibt viel zu tun. Umweltbewusstsein ist im Weltraum noch nicht angekommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.