https://www.faz.net/-gqe-9npru

BMW und Jaguar Land Rover : Das steckt hinter der deutsch-britischen Elektro-Allianz

Der BMW iNEXT fährt elektrisch und autonom – hier bei seiner Vorstellung auf der Los Angeles Auto Show. Bild: Reuters

In der Autobranche herrscht Fusionsfieber – nur so lässt sich die Mobilitätswende stemmen. Jetzt hat sich mit BMW und Jaguar Land Rover ein neues Paar gefunden: Sie teilen sich die Milliardenkosten für neue Motorengenerationen.

          In der Automobilindustrie hat sich eine neue Allianz gebildet, um die Last aus den enormen Entwicklungskosten für Elektro-Mobilität gemeinsam zu stemmen. BMW arbeitet künftig mit Jaguar Land Rover (JLR) eng zusammen, um Elektroantriebe zu entwickeln. Die zum indischen Tata-Konzern gehörende britische Premiummarke wird für den deutschen Automobilkonzern in diesem Bereich der wichtigste und einzige strategische Partner sein. Die schon im Dezember vergangenen Jahres beschlossene, aber erst am Mittwoch bekannt gegebene Kooperation sieht den Aufbau eines gemeinsamen Entwicklungsteams am Standort München vor. Die Einrichtung läuft bereits auf Hochtouren. Die ersten Modelle aus der Kooperation könnten womöglich schon in fünf Jahren auf der Straße fahren.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          „Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, Kundenwünsche noch effektiver zu bedienen, indem wir Entwicklungszeiten verkürzen und Fahrzeuge sowie modernste Technologien noch schneller auf den Markt bringen“, sagte BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich am Mittwoch. Zugleich räumt BMW jegliche Bedenken aus: Beide Unternehmen wollten darauf achten, ihren markenspezifischen Kern zu erhalten; gefertigt werden sollen die Elektroantriebe an den jeweiligen eigenen Standorten.

          Details zur Zusammenarbeit nennen die Unternehmen nicht. Allerdings ist zu hören, dass die Münchner wohl die Federführung haben werden. BMW hatte schon im Jahr 2013 seinen ersten vollelektrischen i3 auf den Markt gebracht, auch wenn der Verkauf der E-Modelle seither schleppend verlief. Aufgrund des wachsenden Drucks in der Industrie etwa mit Tesla aus Amerika oder mit Anbietern aus China muss das Tempo deutlich erhöht werden.

          BMW verkauft 2,5 Millionen Fahrzeuge

          Das Interesse an der Zusammenarbeit ist seitens Jaguar Land Rover groß. Das Elektro-Bündnis mit dem sehr viel größeren Rivalen BMW kommt einem Coup gleich. JLR ist zwar der größte britische Autohersteller, aber deutlich kleiner als seine deutschen Oberklassewettbewerber Audi, BMW und Mercedes. Zum Vergleich: Die Briten verkauften im vergangenen Jahr 593.000 Autos, die BMW-Gruppe mit den Marken BMW, Mini und Rolls Royce knapp 2,5 Millionen Fahrzeuge. Da kommt ein Bündnis für Elektroantriebe wegen der hohen Investitionskosten zur rechten Zeit, auch, weil sie mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte der Hersteller einen Umsatzrückgang und Milliardenverlust.

          Da ist BMW in der Gruppe wesentlich profitabler, auch wenn der Vorsteuergewinn im ersten Quartal 2019 eingebrochen ist und die Marke BMW sogar im Ergebnis vor Steuern Defizite einfährt. JLR steht  besonders stark unter Druck. Kostensenkungen von 2,5 Milliarden Pfund sind angekündigt, 4500 Arbeitsplätze fallen weg – rund ein Zehntel der Belegschaft. Zuletzt kochten Spekulationen hoch, dass Tata verkaufen wolle. Als Interessent war der französische PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) gehandelt worden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Blick auf die Oberbaumbrücke, die Friedrichshain und Kreuzberg verbindet.

          Glücklich im Job : Wo die Arbeit am meisten Spaß macht

          Laut einer neuen Auswertung leben die glücklichsten Arbeitnehmer in Berlin. Aber was fördert überhaupt die Zufriedenheit von Mitarbeitern? Mehr Freizeit statt mehr Geld ist nur eine Möglichkeit.

          Trumps Ausfälle : Rassist? Hetzer!

          Trumps Anhänger lieben es, wenn er vulgär und beleidigend wird. Das nennt man Mobilisierung. Da spielt es fast keine Rolle, ob er ein Rassist ist oder nicht. Dem Land dient das in keinem Fall.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.