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Abgasskandal : Dobrindt sieht illegale Motorsoftware auch bei Fiat-Chrysler

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Das Fiat-Logo. Fiat-Chrysler soll ähnlich wie Volkswagen illegale Software zu Abschaltung der Abgasreinigung eingesetzt haben. Bild: AFP

Das Bundesverkehrsministerium hat bei Fiat-Chrysler Hinweise auf illegale Motorsoftware gefunden. Umweltschützer werfen ihm Messen mit zweierlei Maß vor.

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          Das Bundesverkehrsministerium ist überzeugt, dass ähnlich wie Volkswagen auch der Autobauer Fiat-Chrysler illegale Software zu Abschaltung der Abgasreinigung eingesetzt hat. Prüfungen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) an vier Autos des Herstellers hätten den „Nachweis des Einsatzes einer unzulässigen Abschalteinrichtung erbracht“, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die EU-Kommission.

          Durch die Abschaltung steige bei den untersuchten Autos der Ausstoß an Stickoxiden auf das neun- bis 15-fache des Grenzwerts, heißt es in dem Schreiben weiter. Die italienische Zulassungsbehörde habe nach Hinweisen aus dem KBA ebenfalls Tests vorgenommen, sei aber der Ansicht, dass die Vorrichtung dem Motorschutz diene. Diese Ansicht „kann Deutschland nicht teilen“.

          Das Ressort von Alexander Dobrindt (CSU) fordert in dem Brief die EU-Kommission auf, „geeignete Konsultationen mit der italienischen Behörde durchzuführen, um eine Lösung herbeizuführen“. In einem separaten Schreiben an das italienische Verkehrsministerium verlangt Berlin ebenfalls, „die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, dass die hergestellten Fahrzeuge wieder mit dem genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden“. Dazu wäre wohl eine Rückrufaktion wie bei Volkswagen nötig.

          Nach dem VW-Skandal wurden zahlreiche Autos untersucht

          Über das Schreiben des Bundesverkehrsministeriums Richtung Brüssel hatte zuerst die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Fiat teilte der Zeitung mit, die beanstandeten Autos erfüllten „die anwendbaren Emissionsanforderungen“. Nach Angaben aus Regierungskreisen hatte das KBA zwei Fiat 500x, einen Jeep Renegade und einen Fiat Doblo untersucht.

          Die Tests folgten auf eine größere Untersuchung des KBA, die im Frühjahr fragwürdige technische Verfahren bei zahlreichen Dieselmodellen verschiedener Hersteller ans Licht gebracht hatte. Hintergrund war das Bekanntwerden des Volkswagen-Skandals. Der Konzern hatte vor knapp einem Jahr zugeben müssen, in Millionen Dieselautos eine illegale Software eingebaut zu haben, die den Abgasausstoß bei Tests künstlich drückt.

          Greenpeace wirft Dobrindt ein Messen mit zweierlei Maß vor

          Die Umweltorganisation Greenpeace sieht in den jüngsten Erkenntnissen des KBA zu den Fiat-Chrysler-Autos den Beweis dafür, dass es sich beim Volkswagen-Skandal in Wahrheit um einen „Branchenskandal“ handele. Dies hätten Beobachter schon lange vermutet.

          Dobrindt messe allerdings mit zweierlei Maß, kritisierte Tobias Austrup von Greenpeace: „Fiat will er das Motorschutz-Argument nicht durchgehen lassen. Aber deutsche Hersteller wie Opel oder Daimler dürfen mit eben dieser absurden Begründung die Abgasreinigung unter völlig normalen Fahrbedingungen abschalten.“ Dobrindt müsse dafür sorgen, „dass schmutzige Diesel von der Straße kommen“.

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