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Dieselskandal : Zetsches Erbe

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Hilft da nur noch beten? Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, hier auf einem Journalistenkongress, muss schon früh mit dem Dieselskandal kämpfen. Bild: dpa

Gerade einen Monat ist Daimler-Chef Ola Källenius im Amt, schon steckt der Konzern wieder tief im Dieselskandal-Sumpf. Bis zur Klärung wird es noch dauern – und jede weitere Nachricht kratzt am Ruf.

          Wenn für den erst seit rund einem Monat amtierenden Daimler-Chef Ola Källenius überhaupt jemals der Satz galt, jedem Anfang wohne ein Zauber inne, dann hat er spätestens seit dem Wochenende seine Gültigkeit verloren. Daimler steht wieder knietief im Dieselskandal und Källenius nun vor den Aufgaben, die ihm sein Vorgänger Dieter Zetsche hinterlassen hat.

          Dazu gehört der Vorwurf, auch Daimler habe wie Volkswagen die Abgasreinigung von Dieselautos widerrechtlich manipuliert und damit Behörden betuppt und Autokäufer betrogen. Dabei muss man nach wie vor darauf hinweisen, dass das Unternehmen auf dem Standpunkt beharrt, sich rechtmäßig verhalten zu haben. Damit steht weiter Aussage gegen Aussage.

          Das Bundesverkehrsministerium und das Kraftfahrtbundesamt geben an, auch in Mercedes-Autos illegale Abschalteinrichtungen entdeckt zu haben. Daimler bestreitet dies. Doch dieser Hinweis hilft dem Stuttgarter Konzern nicht aus dem schwierigen Lage, in der er steckt, so lange nicht endgültig rechtlich geklärt ist, ob das Unternehmen nun gegen Recht verstoßen hat oder eben nicht.

          Doch dürfte es weiter dauern, bis es zu dieser Klärung kommt. So lange steht Daimler weiter im Dunstkreis der Dieselbetrüger von Volkswagen. Und jede weitere Diesel-Nachricht kratzt am Gewinn des Unternehmens, an seinem Aktienkurs, vor allem aber an seinem Ruf.

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