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Pilotprojekt in Stuttgart : Sauberes Neckartor

Der Auspuff eines Autos mit Dieselmotor: Die Selbstzünder verursachen meist zwar mehr Stickoxide, aber deutlich weniger CO2 Bild: dpa

Es war deutsche Ingenieurskunst, die mit betrügerischen Abschalteinrichtungen den Dieselantrieb in Verruf gebracht hat. Nun könnten Filtersäulen von schwäbische Tüftlern sie wieder sauberer machen. Ein Kommentar.

          Das Stuttgarter Neckartor hat es in den vergangenen Jahren zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. Schließlich genießt die Strecke hinterm Bahnhof eine Art Kronzeugenstatus in der Debatte um Fahrverbote für deutsche Städte; werden von der dortigen Messstation doch seit Jahren viel zu hohe Werte für die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden gemeldet. Dass an der Methodik erhebliche Zweifel bestehen, hat gerade die F.A.Z. früh beschrieben.

          Dass Diesel-Fahrverbote, welche vor allem die Fahrzeughalter erheblich treffen, nicht die einzige und schon gar nicht die beste Lösung sind, um erhöhten Belastungen entgegenzuwirken, zeigt nun ein Autozulieferer aus dem nahen Ludwigsburg. Das auf Luftfilter spezialisierte Unternehmen hat es in einer Versuchsphase geschafft, mit eigens konzipierten Filtersäulen die Feinstaubbelastung am Neckartor um fast ein Drittel zu senken. Dasselbe Versprechen gilt künftig auch für Stickoxide, weshalb die Landesregierung von Baden-Württemberg die Apparate zur Luftsäuberung in Stuttgart und Ludwigsburg aufstellen lassen will.

          Womöglich schließt sich damit bald ein Kreis: Es war deutsche Ingenieurskunst, die mit betrügerischen Abschalteinrichtungen den Dieselantrieb in Verruf gebracht haben. Nun ruht eine Hoffnung auf schwäbischen Tüftlern, die Luft an Verkehrsknotenpunkten wie dem Neckartor sauberer zu machen.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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