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Dieselbußgeld für Porsche : Der lachende Dritte

  • -Aktualisiert am

Ministerpräsident Kretschmann (r.) mit Porsche-Chef Oliver Blume (m.) und Österreichs Bundespräsident Van der Bellen (l.) Bild: dpa

Porsche hat weggeschaut im Dieselskandal und muss deshalb mehr als eine halbe Milliarde Euro Bußgeld zahlen. Auch für einen anderen Hersteller dürfte es teuer werden.

          Nun ist es also amtlich: Auch Porsche hat im Dieselskandal keine weiße Weste. Lange Zeit hat der Sportwagenhersteller den Eindruck erweckt, als habe man mit dem systematischen Abgasbetrug des Volkswagen-Konzerns nichts zu tun – und verwies darauf, dass Porsche die Motoren bei Audi gekauft hat.

          Diese Ausrede hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart nicht gelten lassen, sondern wegen fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht ein Bußgeld verhängt, das sich gewaschen hat: Mehr als eine halbe Milliarde Euro muss Porsche zahlen.

          Der Betrag ist vor allem deswegen so hoch, weil in solchen Fällen auch ein Teil dessen abgeschöpft wird, was auf der Grundlage der betrügerischen Machenschaften verdient wurde. Das ist richtig so, sonst schiene es allzu verlockend, sich auf findige und windige Lieferanten einzulassen, die clevere Ideen für scheinbar wertvolle Produkte liefern.

          Zugleich können die Verantwortlichen im Hause Daimler nun schon einmal überschlägig ausrechnen, wie hoch die Rückstellungen für ein ähnliches Bußgeld sein müssen, denn: Auch die Marke mit dem Stern wird im Dieselskandal kaum ungeschoren davon kommen.

          Der lachende Dritte ist hingegen das Land Baden-Württemberg, in dessen Kassen das Bußgeld fließt. Mit einer halben Milliarde Euro könnte man beispielsweise alle Kinder des Landes in Tagesstätten gratis betreuen – oder das komplette Straßensanierungsprogramm eines Jahres bezahlen.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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