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BMW-Vorstandsvorsitzender : Manche Software-Updates kommen erst Mitte 2018

Die Städte bekommen damit Geld, das sie für den Ausbau der Infrastruktur nutzen können. Das ist für uns sehr wichtig, weil der Erfolg von Elektromobilität an drei Faktoren hängt: Gibt es ein attraktives Kundenangebot zu bezahlbaren Preisen? Stimmt die Reichweite der Batterie? Und gibt es eine vernünftige Infrastruktur von Ladestationen? Es gibt viele Städte, die an dieser Stelle nicht so schnell sind, wie wir es wünschen. Es gibt aber auch positive Beispiele wie Hamburg. Dort werden wir die Carsharing-Flotte in den nächsten zwei Jahren von 70 auf 550 elektrifizierte Fahrzeuge erweitern. Dort wird sich auch die Anzahl der Ladestationen signifikant erhöhen. Wenn die Ladestationen nicht da sind, kaufe ich mir auch kein Elektroauto. Sie können schließlich nicht verlangen, dass der Kunde vom vierten Stock sein Kabel herunterhängen lässt. Ein anderer wichtiger Beitrag wäre aber auch, den öffentlichen Nahverkehr auf Elektro-Busse und Elektro-Taxen zum Beispiel umzustellen. Das wird häufig vergessen.

Wie viel wird BMW in den Mobilitätsfonds einzahlen?

Das steht noch nicht fest, aber es gibt einen festgelegten Schlüssel, der sich an unserem Marktanteil in Deutschland orientiert. Bisher haben wir nur die klare Zusage von den drei deutschen Herstellern, die anderen haben sich noch nicht geäußert.

Warum sind die ausländischen Unternehmen außen vor?

Das müssen Sie die anderen Hersteller fragen, aber sicherlich wäre es für die Außenwirkung gut, wenn diese sich auch beteiligen würden.

Wie lange wird es dauern, bis die Infrastruktur zur E-Mobilität steht?

Wenn man jetzt richtig Vollgas gibt, ist in den nächsten zwei oder drei Jahren viel möglich. Das sehen wir an der Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg.

Wann können wir ein Elektroauto kaufen, das eine ordentliche Reichweite hat und nicht stundenlang aufgeladen werden muss?

Diese Angebote kommen jetzt Schritt für Schritt. Wir bringen 2019 einen Elektro-Mini auf den Markt. Ich bin ein großer Mini-Fan. Der wird eine ordentliche Reichweite haben.

Wie viel?

Das möchte ich nicht verraten. Aber jetzt geht es Schlag auf Schlag, deshalb ist es ja so wichtig, dass die Infrastruktur kommt, vor allem Schnell- Ladestationen. Wenn ich von München nach Frankfurt fahre, muss ich schnell laden können. Das darf höchstens fünfzehn bis zwanzig Minuten dauern. Auch für die Pendler ist das wichtig. Technisch ist es schon jetzt möglich, in zehn bis fünfzehn Minuten aufzuladen, aber das bringt Ihnen nichts, wenn zehn Autos vor einer Ladestation stehen.

Tesla ist in allem schneller. Macht Ihnen der Run auf das neue Tesla-Modell zu schaffen?

Da muss man jetzt sehen, wie das Auto im Markt ankommt. Derzeit sind ja erst wenige Autos ausgeliefert. Aber natürlich gilt die Regel: Wettbewerb ist durch nichts als Wettbewerb zu ersetzen, und Tesla ist Wettbewerb, ganz klar.

Wird die Umstellung auf Elektrofahrzeuge Stellen kosten?

Unsere Werke werden künftig so ausgerichtet sein, dass wir dort alle Varianten bauen können. Denn kein Mensch weiß heute, wie sich die Nachfrage in welchem Jahr in welchem Land wie entwickeln wird. So werden wir auch schon unseren Elektro-Mini in Oxford bauen, dort werden sowohl die Verbrenner- als auch die Elektro-Variante gebaut. Und in unseren Plug-in-Hybridautomobilen verbauen wir ja Elektro- und Verbrennungsmotoren.

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