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BMW-Vorstandsvorsitzender : Manche Software-Updates kommen erst Mitte 2018

Das geht nicht ganz so schnell. Die Softwarepakete sind heute schon in der Entwicklung. Die letzten werden Mitte 2018 fertig sein. Das hängt auch an den Genehmigungsdauer des Kraftfahr-Bundesamtes.

Ups. Wir dachten, wir könnten nächste Woche bei der Werkstatt vorbeifahren.

Nein. Sie werden direkt von uns angeschrieben mit Terminvorschlägen. Das hängt vom Fahrzeugtyp ab.

Und wenn wir nicht kommen?

Dann schreiben wir Sie ein zweites und ein drittes Mal an.

Und am Ende führt uns Minister Dobrindt zwangsweise ab?

Das Update ist freiwillig und für den Kunden kostenlos. Unser Vertrieb bekommt die Zielvorgabe, eine Umrüstungsquote nahe bei hundert Prozent zu erreichen. Die Wette gilt.

Die Gerichte werden am Ende schneller sein - und Fahrverbote in den großen Städten erzwingen.

Diese Einschätzung teile ich nicht!

Geben Sie eigentlich den Diesel langfristig gänzlich auf?

. . . davon kann keine Rede sein. Unsere Euro-6-Diesel erfüllen alle gesetzlichen Emissionsanforderungen und erreichen ein sehr gutes Realemissionsverhalten. Das kann sich sehen lassen. Wir kapitulieren nicht! Ich glaube an die Kraft der deutschen Automobilindustrie. Wir sind ein ganz wichtiger Arbeitgeber, haben eine Schlüsselrolle für Innovationen, Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze – vom Bandarbeiter bis zur Führungskraft. Und wir sind auch ein wichtiger Steuerzahler in der Bundesrepublik. Der Diesel gehört zur Mobilität der Zukunft unbedingt dazu. Selbst im Jahr 2025 wird die Elektromobilität bei circa 20 Prozent liegen. Den Diesel brauchen wir also auch dann noch. Er ist kein Auslaufmodell. Vergessen Sie nicht die gute CO2-Bilanz des Diesel.

Fühlen Sie sich eigentlich in Sippenhaft mit Volkswagen und Daimler?

Wir haben mit Dieselmanipulationen nichts am Hut. Unsere Diesel sind sauber.

Aber bei den Kartellabsprachen mit anderen Herstellern waren Sie dabei.

Wir haben aktuell keine Kenntnis von einem gegen uns gerichteten förmlichen Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit den behaupteten Selbstanzeigen – weder durch das Bundeskartellamt noch durch die EU-Kommission. Wir haben damit begonnen, den Sachverhalt umfassend aufzuklären.

Will sich am Ende Volkswagen durch die Selbstanzeige als Kronzeuge retten und Sie kriminalisieren?

Das kommentiere ich nicht.

Sie haben sich mit Daimler auf ungewohnt scharfe Weise angelegt. Was hat Sie dazu getrieben?

So sieht das die Presse. Wie Sie sehen können, habe ich beim Dieselgipfel neben Herrn Zetsche gesessen, wir haben einen sachlichen Umgang gepflegt, vorher und nachher.

Es gibt also keinen Krieg zwischen den deutschen Automobilkonzernen?

Nein, aber die BMW Group geht konsequent ihren eigenen Weg. Das haben wir auch beim Dieselgipfel gezeigt.

Auf dem Gipfel wurde ein Mobilitätsfonds in Höhe von 500 Millionen Euro beschlossen. Was passiert mit dem Geld?

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