https://www.faz.net/-gqe-90c7b

Beratungen am Mittwoch : Was bringt der Dieselgipfel?

Die Luft vor allem in den Großstädten soll sich verbessern – auch hier in Frankfurt am Main. Bild: Maria Klenner

Wer ist dabei, über was wird verhandelt, welche Lösungsvorschläge bieten die Automobilunternehmer? Vor dem Dieselgipfel gibt es einige offene Fragen. Lesen Sie hier die wichtigsten und ihre Antworten.

          Die Erwartungen an die Politik und die Autobranche sind in den zurückliegenden Wochen immer weiter gestiegen. An diesem Mittwoch soll es erste Ergebnisse geben. Die wichtigsten Fragen werden hier beantwortet.

          Wer ist auf dem Dieselgipfel dabei?

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Martin Gropp
          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Teilnehmer des „Nationalen Forums Diesel“ stammen vornehmlich aus drei Gruppen. Zu den einladenden Bundesministerien für Verkehr und Umwelt kommen noch die Bundes-Ressorts für Wirtschaft sowie für Bildung und Forschung. Aus der Landespolitik werden Vertreter von Bundesländern erwartet, in denen ein Großteil der Autobranche sitzt, also Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen. Hier sitzen Daimler, BMW und Volkswagen sowie viele Zulieferer. Nordrhein-Westfalen und Hessen sind dabei, wo Ford und Opel ihren Sitz haben. Hinzu kommen Hamburg und Berlin, wo die Luftbelastung besonders hoch ist. Zudem sind die Autohersteller selbst geladen. Auch der Verband der Autoindustrie sowie der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller werden anwesend sein. Am Tisch sitzen Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften sowie der Städtetag. Umwelt- und Verbraucherschützer sind nicht eingeladen.

          Worüber wird gesprochen?

          Debattiert wird über konkrete Schritte für einen geringeren Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen, über freiwillige oder verbindliche Nachrüstungen sowie über deren Umfang, über Fahrverbote in Innenstädten sowie über andere Maßnahmen zur Verkehrssteuerung.

          Warum drohen Fahrverbote?

          In vielen deutschen Städten und Metropolregionen werden die Grenzwerte für die gesundheitsgefährdenden Stickoxide regelmäßig überschritten. Deswegen hat die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Zudem klagen Umweltschutzverbände wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe vor Verwaltungsgerichten. Die Umweltschützer fordern die Regierungen auf, ihre Luftreinhaltepläne nachzubessern, und zielen auf Fahrverbote für ältere Dieselautos, weil diese verhältnismäßig viel Stickoxide ausstoßen. Derzeit drohen konkrete Fahrverbote in Stuttgart, München oder Hamburg.

          Was fordern die Umweltverbände?

          Sie verlangen Rückrufe und verpflichtende Nachrüstungen – auch für alle neueren Diesel der Abgas-Normen Euro 5 und Euro 6. Die Kosten für Änderungen an der Hardware, also zusätzliche Komponenten in der Abgasreinigung an den Motoren, werden auf rund 1500 Euro je Fahrzeug geschätzt. Eine Aktualisierung der Software kostet etwa 100 Euro.

          Was bieten die Unternehmen bisher an?

          In den vergangenen Wochen haben mehrere Unternehmen freiwillige Rückrufe älterer Dieselautos angekündigt. Mit Software-Aktualisierungen wollen sie die Motorsteuerung auf den neuesten Stand bringen und so den Stickoxid-Ausstoß verringern. Die Kosten dafür wollen die Unternehmen tragen. Dass die Software-Updates etwas bringen, begründen die Unternehmen damit, dass sie Erkenntnisse der aktuellen Dieselgeneration auch auf ältere Fahrzeuge anwenden. Nicht alle Dieselfahrzeuge können nachgerüstet werden. Die Hersteller rechnen beispielsweise mit 50 Prozent der Flotte, die mit der Abgasnorm Euro 5 unterwegs sind. Das wären in Deutschland rund drei Millionen Fahrzeuge. Ende Juni versprachen schon Audi, BMW sowie der Lastwagenhersteller MAN, ältere Dieselfahrzeuge nachzurüsten. Daimler kündigte später an, bis zu drei Millionen Autos in Europa zurückzurufen. Audi hat dies für bis zu 850.000 Fahrzeuge vor. VW will die Zahl von 2,5 auf rund 4 Millionen erhöhen. Opel ruft 90.000 Dieselfahrzeuge zurück.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Kandidatenpaare Olaf Scholz mit Klara Geywitz und Nina Scheer mit Karl Lauterbach auf der Bühne bei der Regionalkonferenz in Hamburg.

          SPD-Regionalkonferenz Hamburg : Moin, Moin

          Die Kandidatentour der SPD ist in Hamburg angekommen – der Heimat des Favoriten Olaf Scholz. Aber ist es deshalb auch ein Heimspiel?
          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.