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Ein Jahr nach Einführung : Hamburg rechnet mit baldigem Ende der Diesel-Fahrverbote

Im Mai 2018 wurden die Fahrverbotsschilder in Hamburg aufgehängt. Werden sie jetzt bald schon wieder abgehängt? Bild: dpa

Hamburgs grüner Umweltsenator sagt, die Luft in der Hansestadt werde schon sauberer und stellt ein Ende der Fahrverbote in Aussicht. In anderen Städten herrscht noch rechtliche Unsicherheit. Weitere Klagen dürften folgen.

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          Der Eingriff hat für viele Diskussionen gesorgt. Vor genau einem Jahr, am 31. Mai 2018, hat Hamburg als erste Stadt in Deutschland Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge eingeführt. Auf einem 580 Meter langen Abschnitt der Max-Brauer-Allee dürfen seither nur noch Autos und Lastwagen fahren, die den aktuellen Abgasnormen Euro 6/VI entsprechen. Die Stresemannstraße bleibt für alle Personenwagen offen, aber ältere Laster müssen draußen bleiben. Ob die Verbote die Schadstoffbelastung senken, ist umstritten. Der grüne Umweltsenator Jens Kerstan zieht jedoch eine positive Bilanz. „Der Trend stimmt, die Luft wird sauberer“, teilt seine Behörde mit. Sie stellt gar in Aussicht, dass die Fahrverbote schon in einigen Jahren wieder aufgehoben werden könnten.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Martin Gropp

          Als Hinweis für eine positive Entwicklung sieht Kerstan die Werte für den gerade abgelaufenen Monat Mai, in dem auf der Max-Brauer-Allee im Durchschnitt rund 41,5 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) je Kubikmeter Luft gemessen wurden, etwa 10 Mikrogramm weniger als im letzten Mai vor Einführung der Fahrverbote. Auf der Stresemannstraße liegt der Wert bei 37 Mikrogramm, 15 Mikrogramm weniger als in der Vorjahreszeit und deutlich unter dem Grenzwert der Europäischen Union von 40 Mikrogramm. Zwar weist der Senat darauf hin, dass valide Vergleiche nur mit Jahresmittelwerten möglich sind. Diese dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben aber nur für Kalenderjahre von Januar bis Dezember erstellt werden. Da die Fahrverbote erst im Mai scharf gestellt wurden, wird also erst nach Ende 2019 ein für Vergleiche verwendbarer Jahresdurchschnitt vorliegen.

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