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Diesel-Kommentar : Jenseits der Fakten

  • -Aktualisiert am

Verkehrsstau in Frankfurt Bild: dpa

Bei der Debatte um Diesel-Fahrverbote spielen Fakten für Grüne und Co. keine Rolle – auf Kosten derer, die um ihre Mobilität und ihren Arbeitsplatz bangen.

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          Der Gipfel der Bundeskanzlerin mit den Chefs von Daimler, BMW und VW hat also nichts gebracht? Hat er doch, und zwar die Erkenntnis, dass SPD und Grüne und Umwelthilfe nicht Ruhe geben werden, bis jeder Diesel verbal und dann tatsächlich verbrannt ist.

          Bislang hieß es, Motoren mit der vor drei Jahren ausgelaufenen Schadstoffnorm Euro 5 seien die letzten, die von Fahrverboten betroffen wären. Doch jetzt wird zur Attacke auf die jüngste Klasse Euro 6 geblasen. Das zum Einflusskreis von Ministerin Svenja Schulze gehörende Umweltbundesamt lässt punktgenau zum Gipfel durchsickern, eine Erneuerung der Fahrzeugflotte bringe höchstens ein Mikrogramm weniger Stickoxidbelastung in der Luft, also nichts. Der Grüne Anton Hofreiter behauptet lapidar: „Auch ein Großteil der Euro-6-Fahrzeuge halten die Grenzwerte nicht mehr ansatzweise ein.“

          Beides ist üble Stimmungsmache. Der Schadstoffausstoß neuer Autos liegt weit unter dem älterer und natürlich auch unter dem nachgerüsteter. Und Hofreiter meint wohl Werte während Straßenmessungen, die als Norm 6d-Temp erst von September 2019 an verbindlich sind, vorher also gar keine Grenze sein können, die, wie insinuiert, illegal gerissen wird. Solche in der Tat kaum mehr zu durchblickenden Fakten sind offenbar egal – nur nicht denen, die um ihre Mobilität und ihren Arbeitsplatz bangen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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