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Diesel : Audis bemerkenswerte Rolle im Skandal

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Bei der Hauptversammlung von Audi Bild: Reuters

Wie viel wusste der Audi-Chef? Das wird gerade ermittelt. Sicher ist: Audi spielt im Dieselskandal von VW durchaus eine interessante Rolle.

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          Die Rolle von Audi war im Diesel-Skandal von Volkswagen immer eine besondere. Das zeigte sich vor allem an den Verkaufszahlen: Während die Neuzulassungen von VW-Modellen in Deutschland seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen jedes Jahr zurückgegangen sind, wuchsen die von Audi weitgehend ungestört weiter. Dabei ist für jeden Kunden ersichtlich, dass die Autos von VW und Audi fast überall direkt nebeneinander verkauft werden – das könnte sogar bemerken, wer die Konzernstruktur von Volkswagen nicht im Detail kennt.

          Audi-Chef Rupert Stadler ist einer von sehr wenigen Topmanagern aus der Zeit der Abgasmanipulation, der heute noch im Amt ist. Stets hatten sich die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch hinter den Vorstandsvorsitzenden gestellt – gegen ihn persönlich liege nichts vor. Doch Vorwürfe gegen Stadler gibt es freilich schon länger. Jetzt ist er erst mal in Haft, es bestehe Verdunkelungsgefahr, sagt die Staatsanwaltschaft. Die “Bild“ zitiert einen Münchener Staatsanwalt damit, es gebe konkrete Hinweise darauf, dass Personen und Mitbeschuldigte beeinflusst werden sollten.

          Erst vergangenen Montag war Stadlers Privatwohnung durchsucht worden. Auch jetzt betonen Staatsanwaltschaft und ein Konzernsprecher, dass für Stadler die Unschuldsvermutung gilt. Es bleibt die Frage: Wie viel wusste er wirklich?

          Die Mechanik wurde bei Audi erfunden

          Sicher ist: Zurückgerufen wurden auch viele Modelle von Audi, auch einige der beliebtesten, nämlich bestimmte Reihen des A3, A4, A5, A6 und A1.

          Sicher ist auch: Ihren Ursprung nahm die Mechanik bei Audi – auch wenn sie anfangs nicht gesetzeswidrig eingesetzt worden ist. Immer ging es darum, den Motor anders zu steuern, wenn er auf dem Prüfstand steht. In den 90ern begann das, als Audi eine neue Motorensteuerung entwickelte, die den Diesel leiser machen sollte. Dummerweise stieß das Auto dann mehr Abgase aus. Also entwickelten die Techniker auch eine Funktion, die Fahrten auf dem Prüfstand erkennt und die sogenannte „Akustikfunktion“ dann abstellt. Damals allerdings schreckten die Verantwortlichen davor zurück, die Software tatsächlich einzusetzen. Das geschah erst später. Als der Hacker Felix Domke nach dem Skandal die Chips in der VW-Motorsteuerung analysierte, fand er eine Programmerläuterung namens „untere Kilometerschwelle für Deaktivierung der Akustikfunktion“ – da war sie wieder.

          Unter welchen Umständen die „Deaktivierung der Akustikfunktion“ in den VW-Motor EA189 kam, dazu gibt es viele Geschichten und viele Vorwürfe, in denen immer wieder der Name Audi fällt. Schon aus dem Jahr 2007 gibt es eine Mail aus dem Unternehmen, in der ein Techniker seinen Kollegen schreibt, „ganz ohne Bescheißen“ könne man die strengen Grenzwerte in den Vereinigten Staaten nicht einhalten. Außer Stadler sitzen schon seit vergangenem Jahr der ehemalige Porsche-Entwicklungschef in Haft – er war auch mal Chef der Audi-Motorenentwicklung.

          VOLKSWAGEN VZ

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