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Gebrauchtwagen beliebt : Die Lust auf ein fabrikneues Auto ist deutlich gesunken

Gebrauchtwagen werden bei Deutschen immer beliebter. Bild: dpa

Gebraucht- und Jahreswagen sind unter deutschen Autofahrern zunehmend gefragt. Und das Elektroauto gewinnt an Attraktivität. Besonders bei einer Gruppe ist das Auto in der Gunst gesunken.

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          Deutsche Autofahrer haben deutlich weniger Lust, sich in der nächsten Zeit ein fabrikneues Auto zuzulegen. Das zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage „Trends beim Autokauf 2019“, für welche die Tankstellenkette Aral rund 1000 Autofahrer repräsentativ befragen ließ. Demnach gaben lediglich 14 Prozent der Befragten an, sich in den nächsten anderthalb Jahren einen Neuwagen kaufen zu wollen. Vor zwei Jahren erreichte der Anteil der geplanten Neuwagenkäufe noch 25 Prozent.

          Eine Veränderung dieses Ausmaßes habe es in der Geschichte der seit dem Jahr 2003 alle zwei Jahre aufgelegten Befragung noch nie gegeben, heißt es von Aral. Weil aber gleichzeitig mehr Menschen als in der vorherigen Befragung beabsichtigen, sich einen Gebrauchtwagen oder einen Jahreswagen zuzulegen, sank die Zahl der Kaufabsichtsbekundungen zwischen den Umfragewellen 2017 und 2019 um lediglich 6 Prozentpunkte, von 41 auf 35 Prozent.

          Aral verweist darauf, dass das Kaufinteresse nach wie vor hoch sei und im langfristigen Vergleich „weit über dem Durchschnitt“ liege. Demnach habe die Neigung zum Autokauf zwischen den Befragungsjahren 2003 und 2011 in einem Korridor zwischen 18 und 26 Prozent geschwankt und sei erst danach auf Werte über 30 Prozent gestiegen.

          Kaufabsicht bei Frauen gesunken

          Nach der Umfrage ist einer Gruppe die Lust auf einen Autokauf besonders vergangen. So beabsichtigen nur noch 29 Prozent der Frauen ein Auto zu kaufen, für gut ein Drittel davon soll es dabei ein neues Fahrzeug sein. Zum Befragungszeitpunkt vor zwei Jahren bekundeten noch vier von zehn weiblichen Befragten eine Kaufabsicht, 60 Prozent davon planten mit einem Neuwagen. Unter den männlichen Befragten liegt die Kauflust dagegen mit 41 Prozent auf dem Niveau von vor zwei Jahren. Allerdings sinkt auch in dieser Gruppe das Interesse an einem Neufahrzeug von gut 63 Prozent auf 43 Prozent.

          Eine Verschiebung gibt es auch unter den drei beliebtesten Marken. Von den Befragten mit Kaufabsicht planen heute 14 Prozent, einen BMW zu erstehen. Für 12 Prozent soll das nächste Fahrzeug von Audi stammen, einer von zehn Befragten interessiert sich dagegen für einen Mercedes-Benz. Im Jahr 2017 wollten sich noch 17 Prozent der Befragten mit Kaufabsicht einen Audi zulegen, 14 Prozent interessierten sich für einen BMW und 13 Prozent für ein Fahrzeug von Volkswagen. Mit einem Anteil von 9 Prozent an den geäußerten Kaufabsichten liegt der Wolfsburger Konzern in der diesjährigen Befragung auf Rang vier.

          Die Debatte um manipulierte Dieselmotoren und Diesel-Fahrverbote wegen der Belastung mit dem Luftschadstoff Stickstoffdioxid wirkt sich derweil dieses Jahr stärker auf die geplante Kaufentscheidung aus. In der aktuellen Befragung gaben 37 Prozent an, dass sie sich wegen der Diesel-Diskussion gegen diese Antriebsart entscheiden werden. Vor zwei Jahren traf dies noch auf 29 Prozent der Befragten zu. Besonders groß ist die Skepsis unter Menschen, die heute schon einen Diesel fahren.

          Für 46 Prozent von ihnen soll das nächste Auto auf keinen Fall ein Selbstzünder sein. Das wirkt sich auch aus auf die Anteile der voraussichtlichen Antriebsarten: 55 Prozent der Autokaufplaner interessieren sich für einen Benzinantrieb, 3 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Das Interesse an einem Dieselantrieb sinkt derweil von 18 auf 12 Prozent. Schließlich liebäugeln 7 Prozent der Autokäufer mit einem Elektroauto, vor zwei Jahren waren es noch 5 Prozent.

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