https://www.faz.net/-gqe-a3vek

Bundesweiter Warnstreik : Wo Busse und Bahnen ausfallen

  • Aktualisiert am

Großer Andrang auf die Busse in Frankfurt: Hier sind die Straßen- und U-Bahnen vom Streik betroffen. Bild: Lucas Bäuml

Mit dem Streik will Verdi einen Tarifvertrag für 87.000 Beschäftigte im ÖPNV durchsetzen. Hier kommt ein Überblick darüber, wer betroffen ist.

          4 Min.

          Hessen

          In Hessen bleiben unter anderem die Busse in Wiesbaden, die Straßenbahnen und U-Bahnen in Frankfurt sowie die Straßenbahnen und Busse in Kassel in ihren Depots. Mit dem Ende der Spätschicht am Dienstag solle der Warnstreik enden, sagte Gewerkschaftssprecherin Ute Fritzel. Es gebe eine „gute Teilnahme“, so Fritzel.

          Bereits am Montag hatten die von den Warnstreiks betroffenen Verkehrsgesellschaften und Verkehrsverbünde auf mögliche Alternativen für Fahrgäste hingewiesen. S-Bahnen und Regionalzüge seien nicht betroffen. In Frankfurt sollten zudem die Busse planmäßig verkehren.

          Rheinland-Pfalz

          Mit Beginn der Frühschicht haben am Dienstag auch die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Rheinland-Pfalz begonnen. Circa 1400 Beschäftigte legten laut der Gewerkschaft Verdi am Dienstagmorgen ihre Arbeit nieder. Betroffen sind die Städte Mainz, Kaiserslautern, Trier und Pirmasens. Mit Beginn der Frühschicht am Mittwoch laufe der Betrieb dann wieder normal, sagte Gewerkschaftssprecher Christian Umlauf.

          Bayern

          In elf bayerischen Städten hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten von kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten Omnibusunternehmen zum Arbeitskampf aufgerufen. Die Verkehrsbetriebe kündigten an, dass Busse und Bahnen deshalb den ganzen Tag über nur eingeschränkt fahren oder ganz ausfallen könnten.

          Warnstreiks wird es Verdi zufolge in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Landshut, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt geben. In Regensburg wird nach Angaben der Stadtwerke der Busverkehr komplett lahmgelegt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft geht davon aus, dass die U-Bahnen in der Landeshauptstadt überhaupt nicht fahren können, Straßenbahnen und Busse nur teilweise.

          Die Nürnberger Verkehrs-Aktiengesellschaft hat einen Streikfahrplan eingerichtet: Statt U-Bahnen und Straßenbahnen fahren Busse entlang des Nachtliniennetzes. In Würzburg fallen Bussen, Müllabfuhr und Straßenreinigung aus.

          Berlin und Brandenburg

          Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) läuft der Warnstreik seit 3 Uhr, wie Jeremy Arndt, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi am Morgen sagte. Auf den Betriebshöfen blieben die Schranken unten. Die S-Bahn und Regionalzüge fahren aber wie gewohnt.

          „Es fahren keine Busse, U-Bahnen und  Straßenbahnen“, erfuhren die Fahrgäste auf den Anzeigetafeln an zahlreichen Haltstellen. Nur auf den wenigen Linien privater Subunternehmer der BVG fuhren noch die gelben Busse, viele davon am Stadtrand.

          Auch in Brandenburg waren erhebliche Einschränkungen für die Bus- und Bahnkunden angekündigt. Man habe Beschäftigte der zwölf öffentlichen Nahverkehrsbetriebe zum Warnstreik aufgerufen, sagte am frühen Dienstagmorgen Jens Gröger, Verdi-Geschäftsführer für Nordostbrandenburg und dort zuständiger Verhandlungsführer. Der Warnstreik sollte den ganzen Tag dauern.

          Folgende Unternehmen sind betroffen:

          • Verkehrsbetriebe Potsdam,
          • Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald,
          • Uckermärkische Verkehrsgesellschaft,
          • Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming,
          • Busverkehr Oder-Spree
          • Barnimer Busgesellschaft,
          • Cottbusverkehr,
          • Havelbus Verkehrsgesellschaft,
          • Regiobus Potsdam Mittelmark,
          • Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder),
          • Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel und DB Regio Bus Ost.

          Die S-Bahn Berlin setzt einige zusätzliche Züge ein, sie fahren auf den Linien S1 (Zehlendorf-Potsdamer Platz) und S5 (Mahlsdorf-Ostbahnhof).

          Hamburg

          Bei der Hochbahn wurde der Betrieb ganz eingestellt - nur noch der Schülerverkehr wird versucht  aufrechtzuerhalten, wie das Unternehmen mitteilte. Auch die Verkehrsbetriebe Hamburg haben die Arbeit niedergelegt. „Die Beteiligung ist hoch und die Stimmung gut“, sagte der Hamburger Verdi-Fachbereichsleiter Verkehr, Natale Fontana.

          Nordrhein-Westfalen

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zum Tod von Thomas Oppermann : Ein beherzter Streiter für die Demokratie

          Kämpfend stemmte sich Thomas Oppermann dem Niedergang der SPD entgegen. Er war ein pointierter Redner, erfahrener Jurist und gehörte zu den energischen Taktgebern seiner Partei. Doch die erfüllte seinen Wunsch nach einem Ministeramt nicht.
          Norbert Röttgen, Friedrich Merz und Armin Laschet bei einer virtuellen Debatte der Jungen Union am 17. Oktober.

          CDU-Parteitag : Warten auf den Vierten?

          Die Verschiebung des CDU-Parteitags verschiebt auch die Perspektiven der Bewerber um den Parteivorsitz. Wirklich gestärkt hat sie aber keinen der drei. Aber vielleicht einen Vierten.

          Die Karrierefrage : Wie meistere ich die Krise?

          Resilienz ist das neue Karriere-Zauberwort, gerade jetzt in Pandemie-Zeiten. Die gute Nachricht: Seelische Widerstandskraft lässt sich lernen.
          Turbinenläufer im Gasturbinenwerk von Siemens Energy

          Steuertipp : Aktien von Siemens Energy verkaufen

          Ob die Aktie von Siemens Energy eine gute Anlage ist, muss jeder selbst wissen. Aus steuerlicher Sicht lohnt sich der Verkauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.