https://www.faz.net/-gqe-9z5j8

Deutscher Automarkt : Fast zwei Drittel weniger Neuzulassungen im April

Warten auf Käufer: VW-Fahrzeuge stehen auf einem Verladeparkplatz in Emden. Bild: dpa

Im vergangenen Monat sind in Deutschland nur gut 120.000 Autos neu zugelassen worden – das sind gut 61 Prozent weniger als noch im Vorjahresmonat. Schon im März hatte es ein deutliches Minus gegeben.

          1 Min.

          Die Corona-Pandemie hat die Autoindustrie fest im Griff. Im April sind insgesamt nur 120.840 Autos neu auf Deutschlands Straßen zugelassen worden. Das entsprach einem Rückgang von 61,1 Prozent, wie das Kraftfahrtbundesamt (KBA) am Mittwoch mitteilte. Das waren so wenig Autos wie noch nie in einem Monat im wiedervereinigten Deutschland, teilte der Autoverband VDA mit.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Schon im März lag das Minus bei 38 Prozent. In den ersten vier Monaten gingen die Neuzulassungen um 31 Prozent auf rund 822.000 Autos zurück. Branchenfachmann Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY sagt, dass die meisten Autohäuser erst seit dem 20. April wieder öffnen durften. Zudem sei der Betrieb in den Zulassungsstellen eingeschränkt gewesen, begründet er den massiven Rückgang. „Die Wiedereröffnung der Autohäuser hat geholfen, einen noch massiveren Absturz zu verhindern und für eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau gesorgt“, sagt Fuß.

          Volkswagen verzeichnete demnach im vergangenen Monat nur rund 20.700 neu zugelassene Fahrzeuge, was einem Minus von 64 Prozent entsprach. Für Mercedes-Benz war der Rückgang mit 71 Prozent auf 8.500 Autos noch deutlicher. BMW schnitt mit 12.400 neu zugelassenen Autos und einem Minus von 50 Prozent noch etwas besser ab. Wohingegen Opel mit rund 5.100 Fahrzeugen einen Einbruch von rund 73 Prozent verkraften musste.

          Nach Angaben des VDA ist auch der Auftragseingang aus dem Inland im April durch die Corona-Krise massiv um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. In den ersten vier Monaten des Jahres waren es demnach 32 Prozent weniger Aufträge aus dem Inland ein. Aus dem Ausland wurden im April 47 Prozent weniger Bestellungen verbucht, teilte der VDA weiter mit.

          Am Dienstag hatte sich schon Hildegard Müller, die Präsidentin des Autoverbands VDA, dazu geäußert und angekündigt, dass der April noch deutlich schlechter ausfallen dürfte als schon der März. Im Mai, so hatte sie auch mit Blick auf wiedereröffnete Händler gesagt, dürfte es wohl erste positive Signale geben.

          Ähnlich bewertet Autofachmann Fuß die Situation mit Blick auf den Mai. „Die Autohäuser sind inzwischen wieder offen, die Situation entspannt sich, die Menschen gehen wieder häufiger shoppen. Im Zuge der allgemeinen Lockerungen werden sich auch wieder mehr Kunden in die Autohäuser trauen – wir sehen da bereits eine Tendenz zur Normalisierung“, sagt er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Künstliche Intelligenz : Nach dem Hype

          Mit unserem Gehirn können es Computer noch lange nicht aufnehmen. Dennoch ist klar: Künstliche Intelligenz wird in immer mehr Bereichen den Menschen überflügeln – es geht um Geld, Macht und Kontrolle.

          Neue Stadtteile : Deutschland baut XXL

          In den Metropolen fehlen zehntausende Wohnungen. Gegen den Mangel soll Neubau helfen, überall entstehen neue Stadtteile. Wir stellen die größten Projekte vor.
          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

          Rüsten für zweite Corona-Welle : Das nächste Mal ohne Schlagbäume

          Deutsche und französische Parlamentarier befragen gemeinsam ihre Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Olivier Véran (LREM). Neue Exportbeschränkungen wollen sie meiden. In anderen Punkten liegen sie auseinander.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.