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Deutsche Bahn : Im Halbstundentakt von Hamburg nach Berlin

Ein ICE fährt im Berliner Hauptbahnhof ab. Bild: dpa

Schneller, häufiger – und auch länger: Die Deutsche Bahn verspricht von Dezember an mehr Angebot, Komfort und Sitzplätze „als je zuvor“.

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          Der sogenannte Deutschlandtakt auf der Schiene nimmt Gestalt an. Zum Fahrplanwechsel im Dezember weitet die Deutsche Bahn ihr Angebot im Fernverkehr deutlich aus. Vor allem die zentralen Achsen profitieren davon, wie der Konzern betont. Genannt werden die Verbindungen Hamburg–Berlin, Nordrhein-Westfalen–Berlin und München–Zürich. Allein zwischen den beiden größten Städten in der Bundesrepublik fahren demnach bis zu 60 Züge am Tag statt bisher 46.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Unterm Strich gebe es zum Ende des Jahres täglich 13.000 zusätzliche Sitzplätze in neuen Zügen, insgesamt dann 213.000. „Zum 13. Dezember bringen wir mehr Angebot, Komfort und mehr Sitzplätze in neuen Zügen auf die Schiene als je zuvor“, verspricht Fernverkehrschef Michael Peterson. Zwischen Hamburg und Berlin startet das Unternehmen erstmals einen Halbstundentakt. Damit will die Bahn ihrer Kundschaft einen Vorgeschmack auf den geplanten Deutschlandtakt geben.

          Dieser sieht vor, dass in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in den größten deutschen Städten alle 30 Minuten Fernverkehrszüge ankommen, und das immer um dieselbe Zeit. Damit sollen sich die Reisezeiten auf bestimmten Strecken deutlich verringern. Der Deutschlandtakt ist Teil einer umfassenden Schienenplanung, auf die sich Politik, Gewerkschaften, Bahnbetreiber und Verbände Ende Juni geeinigt hatten. Bis 2030 sollen doppelt so viele Menschen mit der klimafreundlicheren Bahn fahren wie bislang, sie sollen einfacher, schneller und pünktlicher ans Ziel kommen, und es sollen mehr Güter von der Straße auf die Schiene geholt werden.

          Während dieser umfassende Plan noch Zukunftsmusik ist, probt die DB zumindest regional schon jetzt den großen und häufigen Auftritt. Bonn und Berlin etwa werden mit dem neuen Fahrplan durch 14 ICE-Züge umsteigefrei verbunden. Zwischen München und Zürich fährt ein neuer Eurocity-Express, zwölfmal täglich und in vier Stunden. Auch das touristische Angebot werde ausgebaut, heißt es, mit umsteigefreien Direktverbindungen in die Wintersportgebiete nach Tirol und häufigeren Fahrten an die deutschen Küsten. Für den Europapark in Rust hat die DB einen Fernverkehrshalt eingerichtet.

          Schneller, häufiger – und auch länger: Unter diesem Motto kommt im Juni auf der Strecke Hamburg-Frankfurt-Basel-Zürich-Chur erstmals der „XXL-ICE“ zum Einsatz. Dieser ICE 4 besteht aus 13 Wagen und bietet 918 Sitzplätze – „so viele wie nie zuvor in einem ICE“, erläutert die DB, die 50 dieser Züge geordert hat. Der Auftrag sei Teil der 8,5 Milliarden Euro Investitionen in Verjüngung und Ausbau der DB-Fernverkehrsflotte.

          „In Zukunft können Bahnreisende öfter und schneller überall den Zug nehmen“, sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). „So rücken Stadt und Land näher zusammen. Und auf den Deutschlandtakt folgt der Europatakt“. Scheuer will den „Trans-Europ-Express“ (TEE) wieder aufleben lassen, der 30 Jahre lang westeuropäische Metropolen miteinander verbunden hatte, bevor er 1987 eingestellt wurde.

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