https://www.faz.net/-gqe-9r0os

Neue Strategie : Die Bahn ändert das Design ihrer ICEs

Enak Ferlemann (CDU, l), Parlamentarischer Staatssekretär für Verkehr und digitale Infrastruktur, Bahn-Chef Lutz enthüllen das neue Design. Bild: dpa

Fernverkehrszüge sind künftig grün statt rot – aber nur jeweils der erste und der letzte Wagen. Die Bahn will sich damit als Vorreiter für den Klimaschutz positionieren.

          Die 280 Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn werden künftig grün statt rot sein – allerdings nur sehr eingeschränkt. Lediglich der markante Seitenstreifen am ersten und letzten Wagen soll farblich angepasst werden. Das gaben der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz und Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann am Dienstag in Berlin bekannt. Ein zusätzliches grünes Steckersymbol zeigt nach Angaben des Konzerns, dass alle Fernverkehrszüge mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs sind.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den Grund für die minimale Designrevolution formulierte Lutz so: „Kein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn. Als größtes Mobilitätsunternehmen in Deutschland ist es unser Anspruch, beim Klimaschutz voranzugehen. Mit den grünen ICE setzen wir ein starkes Zeichen.“ Ferlemann sagte, Deutschland brauche eine starke Schiene. Wer echten Klimaschutz wolle, komme an der Bahn nicht vorbei. „Der grüne ICE ist das richtige Signal zur richtigen Zeit.“

          Das neue Außendesign der ICE-Flotte ist Teil der im Sommer angekündigten Unternehmensstrategie „Deutschland braucht eine starke Schiene“. Sie sieht unter anderem vor, die Fahrgastzahlen im Fernverkehr bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Der Konzern betrachtet dies als „wichtigen Beitrag für den Klimaschutz“. Die Fahrgastzahlen der DB steigen seit einigen Jahren.

          Schlussstrich unter internationale Expansionspläne

          Weiteres Wachstum soll eine erwartete Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Bahntickets im Fernverkehr bringen. Darüber berät das Klimakabinett der Bundesregierung am 20. September. Eine Reduzierung von 19 auf 7 Prozent würde für Kunden rechnerisch eine Preisreduzierung von 10 Prozent bedeuten, rechnete die Bahn vor.

          Die F.A.Z. hatte schon vergangene Woche berichtet, dass die Bahn heuer auf ihre alljährliche Preiserhöhung verzichten will, wenn der Bund den Mehrwertsteuersatz senkt. Das bestätigte Bahnchef Lutz nun: „Den finanziellen Vorteil einer Mehrwertsteuersenkung würden wir mit günstigeren Fahrpreisen eins zu eins an unsere Kunden weitergeben.“

          Die 170 Seiten starke Strategie „Starke Schiene“, die Lutz im Juni dem Aufsichtsrat präsentiert hatte, zieht einen Schlussstrich unter frühere internationale Expansionspläne. „Deutschland wird seine Klimaziele nur erreichen, wenn es im kommenden Jahrzehnt gelingt, massiv Verkehr auf die Schiene zu verlagern“, argumentiert Lutz in dem Papier.

          100 Prozent Ökostrom

          „Die starke Schiene hilft unserem Land.“ Alles, was die Bahn tut, soll sich auf die Stärkung der Eisenbahn in Deutschland ausrichten. Im Fernverkehr soll sich die Zahl der Fahrgäste nahezu verdoppeln, in Regionalzügen soll sie um die Hälfte zulegen. Investieren will die Bahn vor allem in Mitarbeiter, neue Züge und Infrastruktur. Die Kapazität des Schienennetzes soll um 30 Prozent steigen – nicht nur durch neue Gleise, sondern auch durch Digitaltechnik, mit der die Züge dichter fahren können. Die Zahl der Fernverkehrszüge soll von rund 460 auf bis zu 600 wachsen.

          Seit 2018 fahren alle ICE-Züge mit 100 Prozent Ökostrom. Mit der kompletten Umstellung auf regenerative Energien hat die DB im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 1,4 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspreche dem CO2-Ausstoß von gut einer halben Million Autos.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Björn Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD Thüringen

          AfD-Wahlkampf in Thüringen : „Extrem bürgerlich“

          Beim Wahlkampfauftakt der Thüringer AfD in Arnstadt versucht die Partei, sich ein bürgerlich-konservatives Image zu geben. Doch vor allem die Aussagen eines Redners lassen daran Zweifel aufkommen – und es ist nicht Björn Höcke.

          Hoeneß versus ter Stegen : Abteilung Torwartverteidiger

          Das Schauspiel um die deutschen Torhüter geht weiter: Uli Hoeneß macht sich in einem Fernsehinterview die Welt, wie sie ihm für Bayern-Torwart Manuel Neuer gefällt. Er fordert unter anderem von süddeutschen Medien mehr Rückhalt und droht dem DFB.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.