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Volkswagen & Co : Wie Phönix aus der Asche

Hat VW das Schlimmste hinter sich? Bild: dpa

Elektromobilität, Regulierung, Digitalisierung und dazu noch die Pandemie – das schien manchem der letzte Sargnagel für Deutschlands Schlüsselindustrie zu sein. Doch weit gefehlt. Auch in der Zukunft wird es mehr geben als Tesla.

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          Die deutsche Autoindustrie legt in diesen Tagen ein erstaunliches Comeback hin. Zuletzt hat Volkswagen mit guten Zahlen für das dritte Quartal aufhorchen lassen.

          Nachdem die Produktion im Frühjahr stillstand, verkauft der größte Hersteller der Welt nun wieder deutlich mehr Autos. Auch der Premiumhersteller Daimler sendet deutliche Signale der Erholung, das operative Ergebnis der Schwaben lag zwischen Juli und September sogar über dem Vorjahreswert.

          Und BMW ließ ebenfalls schon wissen, dass der Absatz wieder voll in Fahrt gekommen ist. Selbst leidgeprüfte Zulieferer wie Schaeffler steigern – auch dank konsequenter Kostensenkungsprogramme – den Profit und kommen mit ordentlicher Kapitalausstattung solide durch die Corona-Krise.

          Viel hängt an China

          Dass Volkswagen und Co. in so kurzer Zeit aus dem tiefen Lockdown-Tal aufsteigen würden wie Phönix aus der Asche, haben tatsächlich nur die wenigsten erwartet. Auch manchen Analysten erwischte dieser Kickstart auf dem falschen Fuß.

          Zu verführerisch war es wohl, die zugesperrten Fabriken als Fanal für den Untergang der etablierten Hersteller zu werten, die ohnehin um ihre Zukunft kämpfen. Elekromobilität, Regulierung, Digitalisierung und dazu noch ein historischer Einbruch der Nachfrage – das schien manchem der letzte Sargnagel für Deutschlands Schlüsselindustrie zu sein.

          Doch weit gefehlt. Sogar die Börsen scheinen langsam zu kapieren, dass auch Autowerte jenseits von Tesla eine Zukunft haben können.

          Allerdings ist die deutsche Autoindustrie längst nicht über den Berg. Ein großer Teil des jüngsten Absatzerfolgs geht auf den gewaltigen Hunger chinesischer Käufer nach Luxuswagen mit hoher Gewinnspanne zurück. Eine Rückkehr der Pandemie im Reich der Mitte hätte wohl ebenso schwerwiegende Folgen wie ein abermaliger kompletter Stillstand hierzulande.

          Schon die nun beschlossenen Beschränkungen könnten die zarte Erholung an Europas Märkten rasch zunichtemachen. Zudem ist die Wende zur Elektromobilität in vollem Gange, in Sachen Software fahren die Teslas weit vorneweg.

          Und aus Brüssel drohen noch strengere Abgasregeln sowie hohe Strafen. Die deutsche Autoindustrie hat den Weg in eine Zukunft nach der Pandemie eingeschlagen. Am Ziel ist sie noch lange nicht.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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