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Verdacht der Abgasmanipulation : Der Verkehrsminister zweifelt an Opel-Darstellung

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Verkehrsminister Dobrindt nach einem Treffen mit Opel-Vertretern in Berlin. Bild: dpa

Opel möchte bei der Klärung von Betrugsvorwürfen helfen, beteuert aber, seine Motoren funktionierten einwandfrei. Der Verkehrsminister will allerdings eine eingehende Überprüfung.

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          Der Autohersteller Opel hat mit seinen Argumenten zur Legalität eines seiner Abgasreinigungssysteme in Berlin nicht überzeugen können. Das Bundesverkehrsministerium bezweifelt, dass das umstrittene System in einem von Opel verwendeten Dieselmotor vollständig legal ist. Bei der rechtlichen Bewertung des Konzerns und der Abgas-Untersuchungskommission ließen sich „Unterschiede erkennen“, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwochabend in Berlin. Dabei gehe es um den Opel Zafira mit einem 1,6-Liter-Dieselmotor, der bei einer Geschwindigkeit von 140 Kilometern in der Stunde und geringem Luftdruck etwa ab 1000 Meter Höhe die Abgasreinigung herunterregele. Dies hätten Vertreter des Konzerns bestätigt. Opel werde die notwendigen Unterlagen nun innerhalb von 14 Tagen für Prüfungen des Kraftfahrtbundesamtes zur Verfügung stellen. Von Unregelmäßigkeiten mit einem Motor im Modell Astra, über den ebenfalls diskutiert wird, war bei Dobrindt nicht die Rede.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Die Unterredung mit Dobrindt war nach Berichten zustande gekommen, in dem entsprechenden Motor gebe es bislang unbekannte Abschaltfunktionen in der Motorsteuerung - konkret eine reduzierte Abgasreinigung ab 145 Kilometern in der Stunde, ab 2400 Umdrehungen je Minute, unter 915 Millibar Luftdruck). Das Rechercheteam um „Spiegel“ und „Monitor“, das sich der Hilfe eines Hackers bediente, hatte seine Ergebnisse dem Ministerium zur Verfügung gestellt. Danach hatte Dobrindt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann und andere Führungskräfte in sein Ministerium geladen.

          Neumann selbst hatte am Vortag in einer persönlichen Stellungnahme die Vorwürfe der Abgasmanipulation zurückgewiesen: „Diese Anschuldigungen sind falsch“, heißt es in dem Text, der von Opel verschickt wurde. Sie seien „irreführende, übermäßige Vereinfachungen und Fehlinterpretationen der komplexen Zusammenhänge eines modernen Diesel-Abgasreinigungssystems.“ Dann schrieb Neumann explizit: „Wir bei Opel setzen keine illegale Software ein. Unsere Motoren entsprechen den gesetzlichen Vorschriften. Wir gehen davon aus, dass auch die Behörden das so sehen.“ Ein Opel-Sprecher sagte am Mittwochabend, Berichte der vergangenen Tage hätten Fragen aufgeworfen. Opel habe diese beantworten können. Er bekräftigte: „Unsere Motoren entsprechen Recht und Gesetz.“ Wie es weitergeht, werden neue Prüfungen durch das Kraftfahrtbundesamt zeigen, das den Motor schon einmal unter die Lupe genommen hatte.

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