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Neuer Hauptstadtflughafen : Der BER ist endlich eröffnet

Maschinen der Lufthansa (r.) und von Easyjet stehen nach ihrer Landung zur Eröffnung des Hauptstadtflughafens auf dem Vorfeld, Wasserkanonen der Feuerwehr spritzen zur Begrüßung mit Wasser. Bild: dpa

Der neue Hauptstadtflughafen BER ist nach jahrelangen Verzögerungen in Betrieb. Zwei Flugzeuge brachten am Samstagmittag die ersten Fluggäste zum neuen Terminal in Schönefeld.

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          Nach jahrelangen Verzögerungen ist der Großflughafen Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ in Betrieb gegangen. Zur offiziellen Eröffnung des BER landeten am Samstag eine Maschine von Lufthansa und eine von Easyjet auf dem neuen Airport – an Bord unter anderem die Firmenchefs Carsten Spohr und Johan Lundgren.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Eigentlich sollten die beiden Airbus 320 neo zur Feier der Einweihung auf der Nord- und der Südbahn parallel landen, doch das war wegen des schlechten Wetters nicht möglich. So musste die Lufthansa 2020 der Easyjet 3110, die den längeren Rollweg hatte, den Vortritt lassen. Am Abend sollte dann die erste Easyet-Maschine mit „kommerziellen Passagieren“ landen, ein Flug aus Fuerteventura. Am frühen Sonntagmorgen wird der erste Flieger starten und Fluggäste nach London bringen.

          Am Boden warteten neben Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup die Abgesandten der drei Gesellschafter, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

          „Ein neues Tor zur Welt“

          Der Flughafen gilt als Synonym für Fehlplanung, Aufsichtsversagen und Kostenexplosion. So vermied Lütke Daldrup denn auch bewusst die Einordnung der Eröffnung als „historisch“. Er sprach vielmehr von einem „besonderen“ und „sehr wichtigen“ Tag für Berlin, Brandenburg und Ostdeutschland. Der Weg sei „lang und nicht leicht“ gewesen. Durchhaltevermögen und Teamgeist seien die Markenzeichen von Management und Mitarbeitern. „Nun aber hat Berlin ein neues Tor zur Welt, einen neuen starken internationalen Flughafen“, sagte Lütke Daldrup.

          Scheuer zeigte „Erleichterung und Vorfreude“ über die Fertigstellung des BER und bekräftigte sein Bestreben, der wegen Corona darniederliegenden Flugbranche eine Perspektive zu geben. Dies werde man auf dem „Luftverkehrsgipfel“ am kommenden Freitag besprechen. Zu Lütke Daldrup gewandt sagte Scheuer: „Sie haben geliefert, liefern Sie weiter.“

          Woidke sprach von der Eröffnung als „erstem Tag einer Erfolgsgeschichte“, Müller verwies darauf, der Flughafen sei „ein Stück Wiedervereinigungsgeschichte“. Beide Politiker betonten, neue Herausforderungen warteten auf den Flughafen, es müsse mehr Interkontinentalverbindungen geben und das Fliegen müsse klimaneutraler werden. Spohr und Lundgren sicherten zu, angesichts der vielfältigen technologischen Entwicklungen für alternative Antriebe gebe es gute Aussichten für nachhaltigeres Reisen in der Luft.

          Spohr zeigte sich gegenüber Forderungen nach mehr Interkontinentalflügen von Berlin aus distanziert. „Das Langstreckenangebot vom BER aus wird größer werden. Wenn Profitabilität absehbar ist, sind wir dabei“, sagte der Lufthansa-Chef. „Das war bisher nicht der Fall.“

          Zweifel an der deutschen Ingenieurskunst

          Spektakuläre Bilder von Starts und Landungen auf dem BER sollten eigentlich schon vor mehr als acht Jahren um die Welt gehen – am 3. Juni 2012 nämlich zur besten Sommerzeit. Zur Eröffnung des Hauptstadtflughafens „Willy Brandt“ hatte die Flughafen-Geschäftsführung damals schon eingeladen. Tickets für die Flüge in den Sommerferien waren längst ausgestellt. Tausende Partygäste hatten die Festkleider schon zurechtgelegt, als am 8. Mai – also nur vier Wochen vor der geplanten Inbetriebnahme – der Einweihungstermin platzte.

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