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VW-Kommentar : Volkswagens unbeachtete Probleme

  • -Aktualisiert am

An einem verdeckten Golf. Bild: dpa

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns verkauft so viele Autos wie nie. Der Dieselskandal scheint vergessen. Doch nicht alles ist so rosig, wie es aussieht.

          Gut zweieinhalb Jahre nach Beginn des Skandals um manipulierte Dieselmotoren im Volkswagen-Konzern strotzt die Kernmarke VW vor Kraft. Rund 1,53 Millionen Autos hat sie im ersten Quartal dieses Jahres rund um die Welt verkauft, noch einmal rund 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Es sei das beste Auftaktquartal in der Geschichte der Marke, verkündete das Unternehmen am Freitag stolz.

          Die ersten drei Monate dieses Jahres können sich auch durchaus sehen lassen. Allerdings profitiert Volkswagen in manchen Märkten auch von deren Besonderheiten. Nicht jeder Erfolg ist so groß, wie er aussieht. Beispiel Brasilien: Jahrelang gingen die Absatzzahlen in dem südamerikanischen Land zurück. Erst kürzlich hat der Automarkt sich dort wieder erholt und die Brasilianer kaufen wieder mehr Autos. Beispiel Amerika: Natürlich ist es für VW erfreulich, dass es dort 10 Prozent mehr Autos abgesetzt hat. Doch all das geschieht nach wie vor bei recht kleinen Verkaufszahlen.

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          Beispiel Deutschland: Die Kernmarke VW erholt sich im Heimatland, doch das liegt zum Teil daran, dass VW und andere Hersteller seit dem Dieselgipfel im vergangenen Jahr recht großzügige Rabatte für Neuwagen einräumen, wenn Autokäufer ihre alten Diesel gegen neue Autos umtauschen. Wenn die Rabatte eines Tages auslaufen, kann die Blüte vorbei sein.

          Mehr CO2-Ausstoß

          Es gibt noch ein weiteres Fragezeichen, zumindest mit Blick auf den Markt Europäische Union. VW verkauft inzwischen viele sportliche Geländewagen (SUV), die in der Regel größer und schwerer sind und mithin mehr Kraftstoff verbrauchen als kleinere Autos. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Dieselbestellungen wegen der andauernden Debatte um Fahrverbote und die Zukunft des Antriebs.

          Die Folge ist, dass die Neuwagen von Volkswagen zuletzt wieder mehr Kohlendioxid ausstießen. Der Flottenwert ist im Schnitt wieder angestiegen, von 120 Gramm je Kilometer im Jahr 2016 auf 122 Gramm je Kilometer im vergangenen Jahr. Der Grenzwert vom Jahr 2020 an beträgt 95 Gramm. Wer ihn überschreitet, dem drohen hohe Bußgeld. Mit seinem SUV-Erfolg schafft sich VW angesichts der Diesel-Probleme also selbst eine Herausforderung.

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