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Bilanz im dritten Quartal : Daimler überrascht mit Gewinn von mehr als 3 Milliarden Euro

Daimler-Chef Ola Källenius bei der Präsentation der neuen Mercedes-Benz S-Klasse in Sindelfingen Bild: dpa

Von der Autoindustrie erwartet die Börse schon lang nicht mehr viel Gutes. Die Lage ist aber viel besser, zumindest bei Mercedes.

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          Die Meldung kommt spät am Abend, aber sie macht viele wieder wach: So positiv sind die Nachrichten aus dem Daimler-Konzern, dass die Aktie außerbörslich sofort einen Kurssprung von 4 Prozent macht und am Freitagmorgen bei Börsenbeginn genau so startet – mit einem satten Plus. Der Anlass: Das dritte Quartal ist für den Stuttgarter Fahrzeugkonzern weit besser verlaufen, als die professionellen Marktbeobachter das erwartet hatten.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          So vermeldet das Unternehmen nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 3,7 Milliarden Euro, während die Analysten im Durchschnitt mit 2,14 Milliarden Euro gerechnet hatte. Vor allem liegt das operative Ergebnis des Konzerns damit auch deutlich über dem Vorjahr, als knapp 2,76 Milliarden Euro verbucht worden waren.  

          Für Mercedes ist der ungeahnte Aufschwung noch deutlicher. Während die Analysten 1,3 Milliarden Euro operatives Ergebnis erwartet hatten und damit nochmal einen Rückgang verglichen mit dem Vorjahr, schließt das Personenwagengeschäft im dritten Quartal sogar mit mehr als 2,1 Milliarden Euro Ebit ab.  

          DAIMLER

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          Daimler-Finanzvorstand Harald Wilhelm erklärte in der Mitteilung, die Resultate zeigten, dass Daimler auf dem richtigen Weg sei: „Wir erwarten, dass diese positive Dynamik auch im vierten Quartal anhält.“  Wenn Daimler am nächsten Freitag die Quartalszahlen im Detail veröffentlicht, wird daher mit einer optimistischeren Prognose zu rechnen sein.  

          Bisher hatte der Konzern selbst in allen Bereichen Minus-Zahlen in Aussicht gestellt: für Verkäufe, Umsatz und Gewinn – vor allem weil durch Corona im Frühjahr die Nachfrage so stark abgesackt war, dass Mercedes sogar wochenlang die Fabriken schloss. Sollte die zweite Welle wieder diesen Effekt haben, könnte sich der aktuellen Optimismus natürlich auch wieder eintrüben.

          Allerdings kann Mercedes gleich mehrere positive Trends nutzen. Im Hauptmarkt China, wo vor allem luxuriöse Autos mit großen Renditen verkauft werden, ist von einer zweiten Corona-Welle nichts zu erkennen. Zugleich hat Mercedes gerade die S-Klasse neu an den Start gebracht, mit der die neue Ära besonders luxuriöser Fahrzeuge eingeläutet wird. Nicht Wachstum um des Wachstums willen sei das Gebot der Stunde, so betonte Daimler-Vorstandschef Ola Källenius in dieser Woche in einer Journalistenrunde, sondern profitables Wachstum.    

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