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F.A.S. Exklusiv : „Ich muss mir nichts mehr beweisen“

Dieter Zetsche im September 2020 Bild: Patrick Junker

Dieter Zetsche hat sein ganzes Leben für Daimler gearbeitet. Hier erklärt er, wieso jetzt Schluss ist, warum er doch nicht Aufsichtsratschef werden will und was er sonst noch so vorhat. Ein Hausbesuch.

          12 Min.

          Stuttgart, Halbhöhenlage, Ende September. Der Hausherr öffnet nach dem ersten Klingeln, heraus tritt Dieter Zetsche; Schnauzbart, blaues Sakko, Jeans, seine Dienstkleidung schon zu Daimler-Zeiten. Der Manager hat zu sich nach Hause eingeladen, was selten vorkommt. Er führt durchs Haus hinaus auf die überdachte Gartenterrasse. Noch tun die Heizstrahler nicht not, nur der Pool hat sich schon seinem winterlichen Schicksal ergeben und ist abgedeckt. Hübsch gediegen ist es hier in den waldigen Hügeln oberhalb Stuttgarts. Zetsches Grundstück ist nicht übermäßig groß. Kaffee und Wasser serviert er selbst. Keine Entourage mehr weit und breit.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der ehemalige Daimler-Chef war unterwegs, kam erst am Tag zuvor zurück ins Schwabenland. Der Mann ist immer noch viel gefragt. Nur bewegt er sich nun außerhalb der Scheinwerfer. Öffentlich war kaum mehr ein Wort von ihm zu vernehmen, seit er im Mai 2019 nach vier Jahrzehnten im Dienst von Daimler verabschiedet wurde. Die Hauptversammlung in Berlin war damals sein letzter Auftritt für den Automobilkonzern, danach tauchte er ein ins Abklingbecken: Es sei ja kein Abschied für immer, hieß es damals, 2021 werde er als Aufsichtsratschef zurückkehren. Das war der Plan. Darüber wird heute zu reden sein und über den Menschen hinter dem Manager. Den Dieter-Zetsche-Schnauzbart kennt zwar fast jedes Kind in Deutschland, Einblicke ins Privatleben, in sein Innerstes gar, gewährte er bisher indes nur sparsam. Bekannt sind die groben biographischen Daten: Geboren am 5. Mai 1953 als Sohn eines deutschen Bauingenieurs in der Türkei, aufgewachsen im Frankfurter Umland, drei Kinder (zwei Söhne, eine Tochter); seine erste Frau starb vor zehn Jahren an Krebs, 2016 heiratete er seine Lebensgefährtin Anne, eine Französin.

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