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Coronavirus : Maske hilft gegen Ansteckung im Zug

Ein Zugreisender trägt einen Mund-Nasen-Schutz. Bild: Deutsche Bahn AG

Maske und Abstand in Zügen seien notwendig und wirksam, so eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. In einem Versuchs-ICE wurde das Infektionsrisiko getestet.

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          Masken helfen gegen eine Corona-Ansteckung auf einer Zugfahrt. Das ist der Ergebnis einer Studie der Deutschen Bahn und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen. Eine Mund-Nase-Bedeckung sei eine wirksame Möglichkeit, die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen zu begrenzen, heißt es in der jetzt veröffentlichten Studie. Deshalb sei es notwendig, im Zug eine Maske zu tragen und außerdem möglichst Abstand zu Mitreisenden zu halten.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Ausbreitung von Aerosolen und Tröpfchen im Fahrgastraum findet nach den Erkenntnissen der DLR-Forscher „vor allem direkt und mit begrenzter Wegstrecke“ statt. Die Partikel verbreiteten sich nicht in großer Konzentration über das Klimasystem und damit auch nicht im ganzen Wagen. Partikel, die die Klimaanlage erreichen, würden dort zum Teil im Filtersystem abgeschieden. Der hohe Anteil Frischluft, mit dem die Klimaanlage arbeite, verdünne die Konzentration der Aerosole deutlich. Eine noch höhere Frischluftzufuhr reduziere die Partikelbelastung aber nicht signifikant, wird betont. Der Wechsel vom Kühlbetrieb im Sommer zum Heizbetrieb im Winter führt nach Einschätzung der Studie im Versuchs-ICE „zu keiner wesentlichen Veränderung der Situation“.

          In einem ICE wird die Luft nach Angaben der Bahn durchschnittlich alle sieben Minuten vollständig erneuert. Bei den DLR-Untersuchungen wurde die Atmung eines Fahrgastes mit und ohne Mund-Nase-Bedeckung simuliert. Die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen wurde mittels Verteilung von künstlichem Speichel und Spurengas nachgebildet und vermessen. Für eine virologische Bewertung möglicher Infektionsrisiken seien weitere wissenschaftliche Forschungsarbeiten notwendig, teilte das DLR weiter mit. Das Forschungszentrum untersucht zurzeit auch, wie sich Virenpartikel in Flugzeugen verbreiten.

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