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Wolfgang Porsche Bild: EPA

F.A.S. exklusiv : Experte fordert Abgang von VW-Aufsichtsrat Porsche

  • -Aktualisiert am

Die Manager-Gehälter von Volkswagen zu hoch, der Diesel-Skandal zu schädlich – ein Experte für Unternehmensführung plant den Protest: Bei der Hauptversammlung will er erreichen, dass Familienchef Wolfgang Porsche den Aufsichtsrat verlässt.

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          Die VW-Spitze muss nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Protesten von Investoren auf der Hauptversammlung im Mai rechnen. Christian Strenger, ehemals DWS-Chef und Mitglied der Corporate-Governance-Kommission, hat demnach sechs Seiten mit Gegenanträgen eingereicht: Vorstand wie Aufsichtsrat solle die Entlastung versagt werden, zitiert die F.A.S. aus dem Schreiben von VW-Aktionär Strenger, der seine Angriffe mit Dieselskandal und „unvertretbaren“ Manager-Gehältern im Konzern begründet.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seine Gegenanträge gipfeln in der Forderung, dass Wolfgang Porsche, Clan-Chef des Großaktionärs Porsche, den VW-Aufsichtsrat verlassen müsse. Porsche sei nicht abermals wählbar, schreibt Ex-Deutsch-Banker Strenger, stattdessen sollten „wirklich geeignete Persönlichkeiten“ zur Wahl vorgeschlagen werden.

          Zur Begründung listet Strenger eine ganze Reihe von Vorwürfen auf; angefangen mit dem „dauerhaften Interessenskonflikt“ Wolfgang Porsches, da er gleichzeitig in Stuttgart die Porsche Holding SE, den Großaktionär von VW, kontrolliert. Außerdem hält er Wolfgang Porsche „Untätigkeit bei der Verfolgung des Fehlverhaltens“ von Top-Managern des Konzerns vor. Eine transparente und glaubwürdige Aufklärung könne nur ein unabhängiger Experte vorantreiben, argumentiert Strenger.

          Da hilft in seinen Augen auch nicht Marianne Heiß, die Werberin, die kürzlich als familienfremde VW-Aufsichtsrätin präsentiert wurde. Corporate-Governance-Experte Strenger spricht der 45 Jahre alten Österreicherin die nötige Kompetenz und Unabhängigkeit ab – und rät daher auch von ihrer Wahl ab. Der Werbemanagerin fehle sowohl das „erforderliche Niveau“ in Sachen Finanzexpertise, noch verfüge sie über ausreichende Erfahrung in der Leitung oder Kontrolle börsennotierter Unternehmen, schreibt Strenger.

          VOLKSWAGEN VZ

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