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Viruskrise in China : „Zeig mal eine G-Klasse“

Flucht aus dem Autosalon: Chinesische Händler wie hier in Tianjin tun sich schwer mit dem Verkauf. Bild: Reuters

In China tobt das Coronavirus, viele Städte sind abgeriegelt, fast niemand ist unterwegs – schon gar nicht ins Autohaus. Die Händler versuchen, die Leute mit kreativen Methoden trotzdem zu locken.

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          Der Verkäufer des Mercedes-Händlers in der Provinz Shangdong hat alle Hände voll zu tun. Mit der linken Hand drückt er auf der Anzeige einer C-Klasse herum, Modell 260 in der Langversion, die nur in China verkauft wird. „Hier könnt ihr die Klimaanlage einstellen“, sagt der Händler, „und hier den Fahrmodus: komfortabel oder benzinsparend.“ Das Bild wackelt etwas, dem Händler ist die Hand verrutscht. Sie hält das Smartphone, das die Erklärungen aus dem Inneren der deutschen Limousine auf Douyin überträgt, die chinesische Version der weltberühmten Live-Streaming-App Tiktok. Ein knappes Dutzend Nutzer schaut zu.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Der Händler filmt mit seinem Telefon nun den Motor, dann in den Kofferraum. „Was wollt ihr sonst noch sehen?“, fragt er. „Zeig mal eine G-Klasse“, schreibt ein Nutzer. Im Verkaufsraum in Shandong öffnet der Händler die Tür des schweren Geländewagens und schließt sie wieder. „Hört ihr das? Was für ein Sound, so scharf. Das ist ein Wagen für echte Männer. Wer einen kaufen will, schreibt mir einfach eine Nachricht, ich mach euch ein super Angebot.“

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