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Antriebstechnik : Bosch will im großen Stil Brennstoffzellen liefern

„H2“ steht bei der Eröffnung einer Wasserstofftankstelle im Stadtgebiet Hannover auf einem Zapfhahn. Bild: dpa

Vor allem für klimafreundliche Lastwagen wird der Wasserstoff-Antrieb relevant. Die Investition ist zunächst noch klein – doch der Stuttgarter Zulieferer rechnet mit einem Milliardengeschäft.

          Der Autozulieferer Bosch steigt groß in das Geschäft mit Brennstoffzellen-Technik ein, die in wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen eingesetzt wird. Das ist vor allem wichtig, um Nutzfahrzeuge klimafreundlicher zu machen – denn diese zu Elektrofahrzeugen zu machen, funktioniert schlecht wegen des hohen Gewichts der Batterien.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Trotzdem sind die Hersteller unter Druck. In der EU beispielsweise müssen die Lastwagen bis zum Jahr 2025 ihre CO2-Emissionen um 15 Prozent gesenkt haben, bis 2030 ist eine Reduktion um 30 Prozent vorgeschrieben. In dieser Situation tritt Bosch nun als potentieller Lieferant von Brennstoffzellen in Großserie auf – und für Bosch eröffnet sich ein riesiger Markt. Schon im Jahr 2021 soll die Vorserienproduktion starten, bis zum Jahr 2030 erwartet der Stuttgarter Zulieferer ein Milliardengeschäft für sich. Bis dann, so die Prognose von Bosch, wird jedes fünfte Elektrofahrzeug mit Brennstoffzellen angetrieben. 

          Den Weg dorthin bereitet Bosch durch eine Kooperation mit Powercell Sweden AB. Das schwedische Unternehmen, das früher zur Volvo-Gruppe gehörte, hat einen Stack mit bis zu 125 Kilowatt Leistung entwickelt, der entweder große Autos oder – in Serie verbaut – auch Nutzfahrzeuge antreiben kann. Dieser Stack auf Basis der Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEM) wird nun von Bosch und Powercell gemeinsam für die Serienproduktion weiter entwickelt. „Bosch hat im Bereich der Brennstoffzelle ein starkes Blatt auf der Hand – durch die Kooperation mit Powercell jetzt sogar noch einen Trumpf mehr“, kommentiert Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung den Vorstoß: „Technologie zu industrialisieren ist eine unserer Stärken. Das gehen wir jetzt konsequent an und erschließen den Markt.“

          Die Startinvestition ist gering. In die Kooperation fließt zunächst nur ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag. Später muss Bosch Lizenzgebühren bezahlen. Der Einstieg in die Fertigung von Batteriezellen war Bosch dagegen zu riskant erschienen, weil aufgrund der Wettbewerbssituation zweistellige Milliardenbeträge an Investitionen nötig gewesen wären.

          Bosch hatte sich in der Diskussion um alternative Antriebe immer für Technologieoffenheit eingesetzt, während der VW-Konzernchef Herbert Diess die Fokussierung auf den batterieelektrischen Antrieb befürwortet. Der Zulieferer hat sowohl in Amerika wie auch in China Kooperationen in diesem Bereich und liefert auch selbst verschiedene Komponenten für Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden. Je nachdem, wie der Wasserstoff hergestellt wird, kann die Technik nahezu klimaneutral sein. 

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