https://www.faz.net/-gqe-aan3z

Wasserstoff-Technologie : Bosch will China jetzt mit der Brennstoffzelle aufrollen

Lastwagen am Containerhafen in Qingdao in China Bild: dpa

„Möglichst alle chinesischen Fahrzeughersteller“ will Bosch mit Brennstoffzellen-Systemen beliefern. Dafür hat sich das Unternehmen mit einem chinesischen Partner verbündet. Es geht um einen Milliardenmarkt.

          1 Min.

          Der Autozulieferer Bosch will der Brennstoffzelle zum globalen Durchbruch verhelfen und hat sich dafür mit einem Partner in China verbündet, dem größten Fahrzeugmarkt der Welt. Die Erwartung ist groß: Das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Hydrogen Powertrain Systems wolle „möglichst alle chinesischen Fahrzeughersteller mit Brennstoffzellen-Systemen beliefern“, heißt es in einer Mitteilung von Bosch.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Auch wenn das Geschäft noch Zukunftsmusik ist, geht es um einen Milliarden-Markt. Schon im Jahr 2030 könnten in China mehr als eine Million Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb zugelassen werden, lautet eine Prognose der China Society of Automotive Engineers, auf die sich Bosch beruft.  

          Der Partner von Bosch im chinesischen Brennstoffzellen-Geschäft ist der Nutzfahrzeug-Hersteller Qingling Motors aus Chongqing, der seine Erfahrung auf dem chinesischen Markt einbringen soll. China sei der wichtigste Wachstumsmarkt für die Elektromobilität, heißt es bei Bosch – und damit auch für die Brennstoffzellen-Technik, die Elektromotoren mit Hilfe von Wasserstoff antreibt und somit lokal emissionsfrei macht. „Gerade bei großen, schweren Fahrzeugen, die lange Strecken zurücklegen, bietet die Brennstoffzelle klare Vorteile gegenüber dem batterieelektrischen Antrieb“, gibt Stefan Hartung zu bedenken, der für die Mobilitätssparte zuständige Bosch-Geschäftsführer. 

          Der Stuttgarter Konzern investiert seit Jahren in diesen Bereich. Der Brennstoffzellen-Stack wird gemeinsam mit dem schwedischen Spezialisten Powercell entwickelt, die Großserienproduktion plant Bosch dann in Eigenregie von 2022 an. Für den europäischen Markt sind die klassischen Diesel-Standorte Stuttgart-Feuerbach, Bamberg und Homburg auf das Brennstoffzellen-Geschäft ausgerichtet. In China hat Bosch im vergangenen Jahr am Standort Wuxi ein Brennstoffzellen-Zentrum errichtet.

          Jetzt gehe es darum, die notwendigen Fertigungskapazitäten vorzubereiten, heißt es bei Bosch. Der Marktstart des Brennstoffzellen-Systems sei für 2022/2023 geplant. Eine Testflotte von 70 Qingling-Lastwagen mit dem Fuel Cell Power Module werde noch im Jahr 2021 auf die Straße kommen.

          Weitere Themen

          Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist Video-Seite öffnen

          Greenwashing : Warum nachhaltiges Investieren so schwer ist

          Grüne Investitionen erobern die Finanzmärkte. Mehr als 300 Milliarden Dollar flossen 2020 in „nachhaltige“ Anlagen und brachen damit den Rekord des Vorjahres. Doch wirklich "grün" zu investieren, ist schwieriger als es klingt.

          Der Holzmarkt spielt verrückt

          Knappes Bauholz : Der Holzmarkt spielt verrückt

          Die Preise sowohl für Bauholz als auch für Rohholz sind international deutlich gestiegen. Die Sägewerke arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze. Und ein immer größerer Anteil der Produktion wandert in den Export.

          Topmeldungen

          Titelgewinn im DFB-Pokal : Dortmund und die ganz großen Gefühle

          Der BVB hat schwierige Zeiten hinter sich. Nun gelingt mit einem 4:1 über Leipzig im Finale der Triumph im DFB-Pokal. Dabei gibt es viele kleine mitunter rührende Dortmunder Geschichten zu erzählen.

          „Deutschland spricht“ : „Wittern Sie etwa eine große Verschwörung?“

          Bei der Debattenaktion „Deutschland spricht“ trifft Tomas Bilic, Inhaber eines Autohauses, auf Daniela Bergelt. Die Corona-Krise hat sein Vertrauen in Politik und Behörden tief erschüttert, sie arbeitet seit zwölf Jahren im öffentlichen Dienst und ist voller Hoffnung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.