https://www.faz.net/-gqe-9quxb

Batteriezellen : Bosch bandelt mit Zell-Lieferant CATL an

  • -Aktualisiert am

Produktion von Lithium-Ionen-Batterien bei CATL. Bild: Picture-Alliance

Der Stuttgarter Zulieferer will selbst keine Batteriezellen herstellen, geht jetzt aber eine Kooperation ein: mit dem chinesischen Anbieter CATL.

          1 Min.

          Der Autozulieferer Bosch hat mit dem Batteriezell-Produzenten CATL eine langfristige strategische Kooperation vereinbart, um sein Geschäft mit der Elektrifizierung von Fahrzeugen zu stützen – und zwar mit einem 48-Volt-System, das für die Rückgewinnung von Bremsenergie eingesetzt wird. Diese „milde Hybridisierung“ bringt bei Verbrennungsmotoren Verbrauchseinsparungen von bis zu 15 Prozent.

          „Aus Effizienzgründen werden wir es uns nicht mehr erlauben können, Bremsenergie ungenutzt verpuffen zu lassen“, erläutert der für das Autogeschäft zuständige Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung die Bedeutung des 48-Volt-Systems.

          Bosch erwartet, dass schon im Jahr 2025 jeder fünfte Neuwagen weltweit ein 48-Volt-System mit der entsprechenden Batterie an Bord haben wird. Der chinesische Zell-Spezialist CATL (Contemporary Amperex Technology CO. Limited) soll für Bosch speziell für diese Anwendung Batteriezellen konzipieren, entwickeln und produzieren. Welches Volumen dieser Auftrag hat, wollte Bosch auf Nachfrage nicht konkretisieren. Da der Stuttgarter Zulieferer erklärtermaßen Weltmarktführer in der Elektromobilität werden will, dürfte es jährlich um einige Millionen solcher Systeme gehen.      

          Bosch will nicht selbst in die Zellproduktion einsteigen

          Bosch produziert schon seit Ende 2018 im chinesischen Wuxi die erste Generation der 48-Volt-Batterie, die nach Bosch-Angaben kompakt ist und ohne zusätzliche Kühlung auskommt. Bosch hatte lange geprüft, ob der Einstieg in eine eigene Zellproduktion möglich wäre, sich aber voriges Jahr dezidiert dagegen entschieden, weil das Risiko als zu hoch erachtet wird: Angesichts der von Bosch grundsätzlich gewünschten marktführenden Position wären in diesem Geschäft Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich notwendig gewesen.

          „Wir müssen Batteriezellen verstehen, sie aber nicht selbst fertigen“, erklärt Geschäftsführer Hartung die Position von Bosch: „Mit CATL haben wir dafür einen etablierten Zellspezialisten für Lithium-Ionen-Akkus als Partner gewonnen.“ CATL ist nicht der einzige Lieferant von Bosch. Von wem die Zellen sonst noch bezogen werden, wird aber nicht offengelegt.

          CATL ist einer der großen asiatischen Hersteller von Lithium-Ionen-Zellen, wie sie auch für Elektroautos eingesetzt werden. Das Unternehmen plant auch ein Werk in Deutschland: Auf dem Gelände der früheren Solarworld-Fabrik in Arnstadt in Thüringen sollen 1,8 Milliarden Euro in eine Zellproduktion investiert werden. Der Autohersteller BMW hat zugesagt, CATL bis zum Jahr 2013 Akkus im Wert von 4 Milliarden Euro abzunehmen.   

          Weitere Themen

          Wie riecht ein USB-Stick?

          Datenträgerspürhunde : Wie riecht ein USB-Stick?

          Auch als Reaktion auf den Missbrauchsfall in Lügde setzt die Polizei nun Datenträgerspürhunde ein. Im Zeitalter der Digitalisierung wird das Schnüffeln nach Datenträgern bei der Aufklärung von Kriminalfällen immer wichtiger.

          Help!

          Harley-Davidson : Help!

          Verrückte Zeiten! Elektronik bemächtigt sich der berühmten Highway-Kolosse aus Amerika. Auch Harley-Davidson setzt zunehmend auf assistierende Systeme. Dabei war das Unternehmen noch nie fürs Flüstern bekannt.

          Topmeldungen

          Zögern in Wolfsburg: VW dürfte doch kein neues Werk in der Türkei bauen.

          F.A.Z. exklusiv : Bulgarien lockt VW mit mehr Geld

          Wegen der türkischen Offensive in Syrien legt VW Pläne für ein Werk nahe der Metropole Izmir auf Eis. Nun hofft Sofia, doch noch das Rennen um die begehrte Milliardeninvestition zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.