https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/bmw-und-tencent-bauen-datenzentrum-fuer-selbstfahrende-autos-16292587.html

Selbstfahrende Autos : BMW kooperiert mit chinesischem Internetriesen

  • Aktualisiert am

Jochen Goller (Mitte) bei der Verkündung der Kooperation Bild: Reuters

China eigne sich besonders für die Entwicklung des autonomen Fahrens. Daher tut sich BMW nun mit Tencent zusammen. In Sachen Datenschutz sieht der Konzern keine Probleme.

          1 Min.

          BMW und der chinesische Tencent-Konzern bauen ein großes Datenzentrum für selbstfahrende Autos in China. Nach der Unterzeichnung des Abkommens über die künftige Kooperation sagte BMW-China-Chef Jochen Goller am Freitag in Peking, in China betreibe der Autobauer mit mehr als 1000 Ingenieuren an drei Standorten bereits die größten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen außerhalb von München. Mit Tencent, das auch die weltweit populäre Handyplattform WeChat betreibt, habe BMW einen „passenden Partner“.

          „China eignet sich besonders für die Entwicklung des autonomen Fahrens“, sagte Goller. Die chinesische Regierung gebe einen klaren Kurs vor. Es sei „unglaublich“, wie viel Geld investiert werde - mehr als im Silicon Valley in den Vereinigten Staaten. „Andere Länder reden über 5G, China baut es“, sagte Goller über den dafür nötigen, superschnellen neuen Mobilfunkstandard. Die durchschnittlichen Kunden von BMW in China seien mit 36 Jahren jünger und sehr technikaffin.

          Was passiert mit den Daten?

          Der manchmal chaotische Verkehr in China ist eine besondere Herausforderung. Der globale BMW-Chef für autonomes Fahren, Alejandro Vukotich, räumte ein, dass es ihm einst als „unlösbares Problem“ vorgekommen sei. Aber die vielen „Grenzsituationen“ haben nach seiner Darstellung einen großen Vorteil: „Wenn wir das Problem in China lösen, haben wir es auch für andere Märkte gelöst.“

          Das neue Rechenzentrum nahe Peking wird eng mit der ähnlichen Dateneinrichtung in München zusammenarbeiten. Mit Hinweis auf die strengen chinesischen Cyber-Sicherheitsgesetze hob Vukotich allerdings hervor, dass keine in China gesammelten Daten transferiert werden, sondern auf beiden Seiten mit Hilfe der Erkenntnisse aus den Daten an gemeinsamen Algorithmen und der Software gearbeitet wird. Während die Personenwagenverkäufe im weltweit größten Automarkt in China seit Jahresanfang insgesamt um rund 9 Prozent zurückgingen, konnten die Münchner mit ihren beiden Marken BMW und Mini im ersten Halbjahr um 16,8 Prozent zulegen.

          Weitere Themen

          Razzia bei Hyundai und Kia

          FAZ Plus Artikel: Dieselskandal : Razzia bei Hyundai und Kia

          Abermals gibt es einen Betrugsverdacht wegen unzulässiger Abgasreinigungen in der Automobilindustrie. Diesmal betreffen die Vorwürfe die koreanische Hyundai Kia Automotive Group mit ihren Marken Hyundai und Kia sowie den Zulieferer BorgWarner (vormals Delphi).

          Topmeldungen

          Bundeskanzler Olaf Scholz am letzten Tag des G-7-Gipfels auf Schloss Elmau

          Beschlüsse in Elmau : Der verwundbare Westen

          Ein Preisdeckel auf russische Energie wäre ambitioniert. Dass die G 7 ihn befürworten, ist ein Eingeständnis, dass die Ölsanktionen Putin nicht schwächen und dem Westen zu schaffen machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.