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Diesel-Affäre : BMW spielte falsche Abgas-Software auf

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In der Münchner BMW-Zentrale muss man sich nun kritische Nachfragen gefallen lassen Bild: dpa

Eine irrtümlich aufgespielte Software sorgt nun für einen Rückruf: BMW muss 12.000 Dieselmotoren korrigieren. Eine peinliche Lage für den selbsternannten Saubermann der Branche.

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          BMW hat in einigen Modellen der ausgelaufenen 7er Reihe eine falsche Software aufgespielt. Sie passt nicht zu der Abgasnachbehandlung der Motoren. Daraus entspringt der Vorwurf, auch der bayerische Autohersteller arbeite mit manipulierender Software. BMW spricht von einem Irrtum. Es geht um eine Modellpflege der Baujahre 2016 und 2017.

          Dabei wurde nach Darstellung von BMW für die meisten Motoren im Mittelklassemodell 5er und im Oberklassemodell 7er eine erweiterte Abgasnachbehandlung verbaut, nicht jedoch in den Hochleistungs-Triebwerken mit den Bezeichnungen M550d und 750d. Es wurde jedoch überall dieselbe neue Software aufgespielt. Die Abweichung sei BMW bei internen Tests aufgefallen, daraufhin sei das Kraftfahrtbundesamt informiert worden, nun folgten Rückruf und Korrektur für 11.700 Fahrzeuge. BMW spricht von einem Irrtum, nicht von Betrug, befindet sich aber in peinlicher Defensive, weil die Tatsache zunächst über andere Quellen öffentlich wurde und nicht durch BMW selbst.

          Gerade erst hatte das Kraftfahrtbundesamt BMW fehlerfreie Autos attestiert und der die Hersteller attackierenden Deutschen Umwelthilfe unlautere Messmethoden nachgewiesen. Die gesamte Autoindustrie sieht sich seit zwei Jahren dem Verdacht ausgesetzt, wie Volkswagen Abgasgrenzwerte nur mit Betrug einhalten zu können.

          Unterdessen haben die Bayern für ihre Marke Mini einen chinesischen Partner für den Bau eines elektrischen Mini in China gefunden. Er wird zusammen mit Great Wall gefertigt. Bislang sind aber Investitionssumme und Produktionsstart noch offen. Von einer lokalen Produktion versprechen sich die Münchner einen Wettbewerbsvorteil auf dem weltweit größten Markt für batteriebetriebene Autos. Auch der Konkurrent Daimler will Modelle seiner neuen Elektromarke EQ in China fertigen.

          BMW arbeitet seit 2003 in China mit dem Autohersteller Brilliance zusammen. Dieses Gemeinschaftsunternehmen solle unabhängig von den Plänen mit Great Wall ausgebaut werden, heißt es. Sorgen in Großbritannien, die Fertigung in China könnte zur internen Konkurrenz werden, versuchte BMW zu zerstreuen. Im britischen Stammwerk Oxford soll das erste Elektromodell von Mini ab 2019 gebaut werden.

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