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Konkreter Betrugsverdacht : Diesel-Razzia bei Opel in Rüsselsheim

  • Aktualisiert am

Hat Opel Dreck am Stecken? Bild: AFP

Die Polizei hat einen konkreten Diesel-Betrugsverdacht und durchsucht die Geschäftsräume von Opel. Das bestätigten das Landeskriminalamt und der Autobauer am Montag. Opel behauptet weiter, dass die Fahrzeuge den Vorschriften entsprechen.

          Die Polizei durchsucht derzeit die Geschäftsräume des Autoherstellers Opel. Wie das hessische Landeskriminalamt bestätigte, wird wegen eines konkreten Betrugsverdachts im Zusammenhang mit Dieselautos ermittelt. Offenbar geht es um 95.000 Dieselfahrzeuge mit möglicherweise unzulässig beeinflusster Software.

          In einer Stellungnahme bestätigte das Unternehmen, „dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern Untersuchungen im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens zum Thema Emissionen durchführt.“ Zu Details des laufenden Verfahrens wolle man sich dagegen nicht äußern, kooperiere aber „vollumfänglich mit den Behörden“. Außerdem bekräftigte das Unternehmen, „dass seine Fahrzeuge den geltenden Vorschriften entsprechen“ würden.

          Amtliche Anhörung bereits im Juli

          Im Juli hatte das Bundesverkehrsministerium in Berlin „eine amtliche Anhörung gegen Opel“ wegen drei Fahrzeugmodellen bestätigt. Berichten zufolge soll der Grund – wie schon bei anderen Autobauern – ein Verdacht von Manipulationen bei der Abgasreinigung gewesen sein. Insgesamt könnten bis zu 60.000 Fahrzeuge betroffen sein.

          Opel sollte sich demnach zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung äußern. Mit einer solchen Funktion kann die Reinigung von Abgasen in bestimmten Fahrsituationen oder -bedingungen – wie etwa niedrigeren Temperaturen oder Drehzahlen – verringert werden. „Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden“, hatte ein Ministeriumssprecher damals gesagt.

          Der Hersteller erinnerte damals in seiner Stellungnahme daran, dass Opel schon im Dezember vor drei Jahren ein "Verbesserungspotential" erkannt habe: Damals habe Opel die Abgasreinigungssoftware der Modelle Insignia, Zafira und Cascada aus den Modelljahren 2013 bis 2016 freiwillig aktualisiert, hieß es weiter.

          Laut der zugrundeliegende EU-Richtlinie sind Abschalteinrichtungen Konstruktionsteile oder Software-Funktionen, die zum Beispiel die Temperatur, die Fahrzeuggeschwindigkeit oder den eingelegten Gang ermitteln, um die Funktion des Abgasreinigungssystems zu aktivieren, zu verändern oder zu deaktivieren und dadurch auch die Wirksamkeit der Abgasreinigung zu verringern. Wenn die Abgasreinigung nicht richtig arbeitet, stoßen die Diesel mehr gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Erlaubt sind solche Abschalteinrichtungen zum Beispiel dann, wenn sie den Motor oder das Fahrzeug vor einem eventuellen Schaden schützen. Ansonsten sind sie illegal.

          Für Opel kommen die Ermittlungen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen befindet sich nach der Übernahme durch PSA in einem harten Sanierungsprozess.

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