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Betrugssoftware weiter drin? : Audi droht Zwangsgeld

  • Aktualisiert am

Offenbar ist Audi noch Lösungen für einige seiner V6- und V8-Motoren schuldig. Bild: dpa

Audi arbeitet den Dieselskandal auf – aber tut das Unternehmen es schnell genug? Das Kraftfahrtbundesamt macht einem Bericht zufolge jetzt Druck.

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          Das Kraftfahrtbundesamt hat dem in den Dieselskandal verstrickten VW-Tochterunternehmen Audi einem Zeitungsbericht zufolge ein Zwangsgeld angedroht. Grund sei, dass Audi immer noch nicht aus allen Modellen die Abgas-Betrugssoftware entfernt habe.

          Lasse Audi eine Frist bis zum 26. September verstreichen, verlange das Amt ein Zwangsgeld in Höhe von 25.000 Euro – pro Fall, berichtete die „Bild am Sonntag“. Nach Angaben von Audi sind noch Lösungen für 12.400 Autos offen. Die Freigabe für ein Software-Update fehle für einzelne V6- und V8-Modelle mit der Abgasnorm Euro 6, berichtet die Zeitung. Beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) war zunächst kein Stellungnahme zu erhalten.

          Audi sieht sich im Plan

          Im Extremfall kann die Behörde die betroffenen Autos sogar stilllegen. Audi erklärte, man arbeite intensiv mit den Behörden zusammen und sehe keinen Grund für diesen Entzug der Typgenehmigung. Der Autohersteller sieht sich bei der Umrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge im Plan und wird nach eigener Aussage die gesetzten Fristen einhalten.

          Für die letzten acht Prozent der betroffenen Audi-Fahrzeuge in Deutschland rücke die Freigabe der technischen Abhilfe in greifbare Nähe, teilte das Unternehmen am Sonntag auf Anfrage mit. „Wir werden noch im September und damit innerhalb der vom Kraftfahrt-Bundesamt gesetzten Frist die Unterlagen für weitere 8200 Fahrzeuge komplett haben.“

          Für die verbleibenden Fahrzeuge sei ebenfalls ein Software-Update erarbeitet worden, erforderliche Emissionsmessungen seien erbracht, hieß es weiter. „Somit sehen wir keinen Grund für einen Entzug der Typgenehmigung. Die Lösung steht unmittelbar bevor, wir halten die Frist ein.“

          Das KBA hatte Ende 2017 in mehreren Bescheiden angeordnet, dass Audi Softwaretricks aus seinen Dieselmodellen entfernen müsse, mit denen die Fahrzeuge offiziell sauber fuhren, aber auf der Straße die Abgas-Grenzwerte deutlich überschritten. Die Behörde hatte daher den Rückruf Tausender Fahrzeuge angeordnet und Fristen zu Software-Updates für die Umrüstung vorgeschrieben.

          Kein Kommentar zu Duesmann

          Nach Unternehmensangaben forderte die Behörde Audi auf, bis 26. September die letzten nötigen Unterlagen im Zusammenhang mit drei von acht Rückrufbescheiden einzureichen. Die drei Bescheide aus dem Jahr 2017 hätten rund 20.000 der insgesamt 151.000 Fahrzeuge in Deutschland betroffen, für die Audi Rückrufe erhalten habe.

          Dazu, dass der ehemalige BMW-Vorstand Markus Duesmann demnächst neuer Vorstandschef von Audi werden soll, wie die F.A.S. als erstes berichtet hatte, wollte sich das Audi-Mutterunternehmen VW nicht äußern. „Spekulationen über den Zeitpunkt des Tätigkeitsbeginns oder die Ressortverantwortung“ von Herrn Duesmann würden bis zur finalen Beschlussfassung des VW-Aufsichtsrates nicht kommentiert, hieß es in Wolfsburg. Auch ein BMW-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

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