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Abgasskandal : VW muss 540.000 Autos umbauen

Bild: dpa

Beim größten Rückruf der VW-Firmengeschichte reicht ein reines Software-Update in Hunderttausenden Fällen nicht aus - allein in Deutschland müssen 540.000 Autos umgebaut werden. Der Aufsichtsrat befasst sich derweil mit neuen Enthüllungen.

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          Bei rund 540.000 Diesel-Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns in Deutschland wird es nicht ausreichen, einfach die manipulierte Software auszutauschen, mit der der Autokonzern Abgaswerte nach unten manipuliert hat. Bei diesen Autos sind größere technische Änderungen notwendig, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt am Montag mit. Gleichzeitig forderte die Aufsichtsbehörde VW auf, die Wagenhalter über die notwendigen Änderungen zu informieren.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Hintergrund der Mitteilung ist der von der Behörde angeordnete Rückruf von insgesamt 2,4 Millionen Dieselautos in der Bundesrepublik, der Anfang 2016 beginnen soll. VW hatte bei diesen Autos – weltweit sollen bis zu 10 Millionen Fahrzeuge betroffen sein – die Software so manipuliert, dass Schadstoffausstöße bei Abgastests deutlich niedriger waren als im Normalbetrieb. Dabei geht es um verschiedene Modelle. VW hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass reine Software-Eingriffe nur bei Autos mit mehr als 2 Litern Hubraum möglich seien; bei den anderen Modellen muss mehr an der Motortechnik geändert werden.

          In Wolfsburg befasste sich der Aufsichtsrat des Konzerns unterdessen mit der Aufklärung des Skandals. Neben den im September bekannt gewordenen millionenfachen manipulierten Stickoxid-Emissionswerten bei Dieselmotoren befassten sich die Kontrolleure bei VW auch mit dem Eingeständnis des Konzerns, VW habe auch bei den Angaben zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) und zum Verbrauch manipuliert. Dabei sind auch Benziner betroffen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nutzte das Treffen der wichtigsten Männer im Konzern in Wolfsburg für ihren Protest: Aktivisten kletterten auf eines der Einlasstore des Werks und forderten auf Transparenten mehr Transparenz bei Abgastests.

          Der Aufsichtsrat befasste sich erstmals auch mit den neuen Enthüllungen der VW-internen Ermittler, wonach Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung schwere Vorwürfe gegen den früheren VW-Vorstandschef Martin Winterkorn erhoben haben. Die ehrgeizigen Ziele des inzwischen zurückgetretenen Winterkorn seien mit legalen Mitteln nicht zu erreichen gewesen, hieß es. Gleichzeitig habe bei VW aber eine hierarchische Unternehmenskultur geherrscht mit Angst und einem Klima der Einschüchterung, in dem Widerspruch nicht möglich gewesen sein soll.

          Um das verloren gegangene Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, will VW Kunden und Geschäftspartner in den Vereinigten Staaten offenbar mit Einkaufsgutscheinen im Wert von umgerechnet bis zu 1169 Dollar besänftigen. Das berichtete das Online-Magazin „The Truth About Cars“. Bis zu 750 Dollar könnten nur bei VW-Autohäusern, der Rest aber frei verfügbar eingelöst werden. Die amerikanische Umweltbehörde EPA hatte den Skandal im September öffentlich gemacht. Als Reaktion auf die Überlegungen, in Amerika Gutscheine auszugeben, forderten Verbraucherschützer eine ähnliche Regelung auch für deutsche Kunden. „Das Unternehmen muss zu seiner Verantwortung stehen“, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes.

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