https://www.faz.net/-gqe-8czgy

Baunatal, Emden : Volkswagen unterbricht Produktion in zwei Werken

  • Aktualisiert am

Ein Efeu-bewachsener Käfer vor dem VW-Werk in Baunatal. Bild: dpa

Wie gut verkaufen sich Volkswagen noch? Das große Werk in Baunatal unterbricht jetzt tageweise die Produktion. Volkswagen sieht dafür einen technischen Grund.

          1 Min.

          Volkswagen unterbricht vorübergehend die Produktion in seinem Getriebe-Werk Kassel in Baunatal. Grund seien geringere Abfragen für Teile von den Fahrzeugwerken, teilte ein VW-Sprecher am Freitagabend mit. Er bestätigte damit einen Bericht der „Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen“. Europas größter Autobauer lasse die Herstellung in einigen Teilen der Anlage in Kassel am 1., 5. und am 8. Februar ruhen. Für diese Tage seien Schließtage vorgesehen.

          Bereits am Freitag stand das Werk still. Dabei waren 400 Mitarbeiter betroffen. Insgesamt beschäftigt VW dort 16.000 Angestellte. Das Werk fertigt keine Fahrzeuge, sondern liefert Komponenten an andere Werke des Konzerns. Es ist die zweitgrößte VW-Produktionsstätte in Deutschland. Volkswagen selbst gibt dafür einen technischen Grund an.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Volkswagen leidet unter einer Nachfrageschwäche, die schon vor dem Abgasskandal begonnen hatte – auch wenn Volkswagen bislang Rang zwei unter den größten Automobilherstellern der Welt hält.

          Schon am Donnerstag musste Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), dessen Landesregierung 20 Prozent der Volkswagen-Anteile kontrolliert, auf Spekulationen über einen Stellenabbau bei Volkswagen reagieren. "Da ist nichts dran", sagte Weil der Oldenburger "Nordwest-Zeitung". Es sei Ziel des Aufsichtsrats und aller Anteilseigner, die Stammbelegschaft zu halten. Ähnlich hatte sich zuletzt bereits ein VW-Sprecher geäußert und einen Bericht des "Manager Magazin" dementiert. Darin hatte es geheißen, um die angepeilte Produktivitätssteigerung zu erreichen, müssten bei VW Tausende Arbeitsplätze abgebaut werden.

          Der technische Grund, den Volkswagen angibt, hat mit einem anderen Werk zu tun. Denn die Produktion ruht nicht nur in Baunatal, das geschieht auch in Emden. In dem Werk, in dem der Passat gebaut werde, gebe es technische Probleme, sagte ein Volkswagen-Sprecher am Samstag. Dort sei ein Presswerk kaputt. Die Produktion könnte am Montag ebenfalls ruhen nach einem Schließtag am Freitag. Dort sind 9600 Mitarbeiter beschäftigt. Wegen dieser Produktionsausfälle gehe die Nachfrage nach Teilen aus Baunatal zurück. „Ursache ist nicht etwa eine rückläufige Nachfrage beim Passat, sondern sind einzig die internen Abläufe bei der Getriebeproduktion“, betonte ein Sprecher.

          Update: Volkswagen sagt, die Produktionsstopps der beiden Werke hingen zusammen. Das haben wir ergänzt.

          Weitere Themen

          Kampf ums Architektenhonorar

          FAZ Plus Artikel: Planung und Einwände : Kampf ums Architektenhonorar

          Damit die Vergütung der Architekten fällig wird, müssen strenge Voraussetzungen beachtet werden. Von Bauherren kann es vielfältige Einwände geben, erklärt der Rechtsanwalt Friedrich-Karl Scholtissek in seinem Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          Das Impfzentrum in Trier im Februar.

          Ungenutzter Corona-Impfstoff : Macht Gerechtigkeit beim Impfen Deutschland langsam?

          Die Kühlschränke der Impfzentren sind voll, doch die Impfquote bleibt mäßig. Wie stark bremst das Ziel der gerechten Impfstoffverteilung Deutschland gerade aus? Die Situation in den Bundesländern ist sehr unterschiedlich.
          Kinder in Benin essen in einer Grundschule Reis.

          170 Millionen Kinder : Ein ganzes Jahr ohne Schule

          Die Verhältnisse in Deutschland sind dagegen erträglich: Laut Unicef haben wegen Corona-Lockdowns weltweit 170 Millionen Kinder seit einem Jahr gar keine Schule mehr besucht. Die Folgen könnten gerade in ärmeren Ländern verheerend sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.