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Barbara Hendricks : „Ich rate diesen Managern dringend, von ihrem hohen Ross runterzukommen“

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Verkehrsminister und Umweltministerin nach dem Dieselgipfel in Berlin Bild: AFP

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks kritisiert im Gespräch mit der F.A.S. die Autoindustrie. Mit einer reinen Softwarelösung will sie sich nicht zufrieden geben.

          Nach dem Diesel-Gipfel vom vergangenen Mittwoch drängt Umweltministerin Barbara Hendricks auf Nachrüstungen auch bei der Hardware. „Eine Arbeitsgruppe des Nationalen Dieselforums hat das klare Mandat, technische Umrüstungen an Euro-5- und Euro-6-Fahrzeugen zu prüfen“, sagte sie der F.A.S. „Das Thema ist also überhaupt nicht vom Tisch, sondern es geht jetzt erst richtig los.“ Hendricks fügte mit Blick auf die Autohersteller hinzu, es dürfe „keine Lösung ausgeschlossen werden“, um den angerichteten Schaden wieder gutzumachen. „Ich rate diesen Managern dringend, von ihrem hohen Ross runterzukommen."

          Am Mittwoch hatten sich Hendricks und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit Ministerpräsidenten und den Chefs der Autokonzerne getroffen, um über eine Verringerung des Schadstoffausstoßes und die Vermeidung von Fahrverboten zu beraten. Die Industrie sicherte Software-Updates für alle betroffenen Autos zu und bot Rabatte für den Kauf sauberer Neuwagen an. Auch will sie sich an einem Fonds beteiligen, der umweltfreundliche Mobilität in den Städten fördern soll.

          Ford hatte am Dienstag als erster großer Hersteller ein Maßnahmenpaket vorgelegt. Das sieht unter anderem einen sogenannten „Umweltbonus“ zwischen 2000 und 8000 Euro vor für die Verschrottung alter Diesel-Fahrzeuge bis zum Baujahr 2006. Voraussetzung ist jedoch der Kauf eines neuen Ford-Modells. Daneben können Ford-Kunden eine einjährige Mitgliedschaft eines Fahrradverleihsystem erhalten.

          BMW-Chef: Dieselgipfel erfolgreich verlaufen

          Auch Volkswagen will eine „Umstiegsprämie“ für alte Dieselfahrzeuge anbieten. Sie soll für Diesel mit den Abgasnormen 1 bis gelten, wie VW am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Die Prämie werde derzeit von den einzelnen Konzernmarken wie Volkswagen Pkw, Audi , Skoda und Porsche ausgearbeitet und zeitnah angeboten. Einzelheiten - etwa zur Höhe der Prämie - wurden allerdings zunächst nicht genannt.

          Daimler will für alle Halter von Euro 1 bis Euro 4 den Käufern einen vierstelligen Betrag nachlassen, wenn ein neues Fahrzeug erworben wird. Auch BMW kündigte eine „Umweltprämie“ von bis zu 2000 Euro für Kunden mit einem Dieselfahrzeug mit Euro-4-Abgasnorm oder älter an. Bedingung ist demnach der Erwerb eines BMW-Elektroautos i3, eines Plug-in-Hybrids oder eines Dieselwagens mit der Euro 6-Norm.

          Im Gespräch mit der F.A.S. widersprach BMW-Chef Harald Krüger dem Vorwurf, der Dieselgipfel der vergangenen Woche sei enttäuschend verlaufen und die Autoindustrie sei ungeschoren davon gekommen: „Beim Diesel-Gipfel wurden anspruchsvolle Pakete geschnürt“, sagte er. Ein Software-Update für 300.000 BMW-Diesel und eine europaweite Umweltprämie von 2000 Euro für den Tausch von Alt- in Neuwagen führten zu einer deutlichen Verbesserung der Umwelt.

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